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Ich Tomek - [Swinki] - [DE] DVD

Ich Tomek - [Swinki] - [DE] DVD
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Art.Nr.: 686471
Ich Tomek - [Swinki] - [DE] DVD

686471 DE
Tonspur: Deutsch / Polnisch
Untertitel: D, E
Länge: 94 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
Extras:
- minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt

 

Originaltitel: Swinki
Regie: Robert Glinski
Musik:  
Darsteller: Filip Garbacz, Bogdan Koca, Daniel Furmaniak, Anna Kulej, Tomasz Tyndyk, Rolf Hoppe, Marek Kalita, Piotr Jagielski, Paul Gäbler, Katarzyna Paczynska, Dorota Wierzbicka
  Polen 2009


ICH, TOMEK - Swinki

Tomek blickt in der polnischen Grenzstadt Gubin zu den Sternen. Der 14jährige begeistert sich für Astronomie. Deutschlehrer Weber möchte mit den Kindern ein Observatorium einrichten, doch die Schule hat für die Anschaffung des Teleskops kein Geld. Tomek macht sich auf die Suche, wie er anderweitig das Geld auftreiben könnte. Vielleicht kann der Pfarrer eine Sammlung starten. Zuhause hilft der brillante Schüler mit großem Eifer seiner lernfaulen Schwester bei der Vorbereitung ihrer Abiturprüfung.
In der Discothek Zodiac, wo üblicherweise seine Schwester verkehrt, wird Tomek Zeuge, wie sich sein Kumpel Ciemny an Männer prostituiert. Am selben Abend lernt Tomek dort Marta kennen. Er verliebt sich in das gleichaltrige Mädchen, und damit beginnt die Katastrophe. Marta ist konsumsüchtig. Als ihr Freund soll er ihr ständig neue Modeklamotten und anderen Luxus kaufen. Die paar Euro, die der Schüler bei kleinen Aushilfsjobs auf der deutschen Seite der Grenze verdient, bringen ihn da nicht weiter. Ciemny anzupumpen klappt auch nicht.
Unter großem Widerwillen entschließt sich Tomek, die vielversprechende Geldquelle seines Freundes Ciemny auszuprobieren. Über den Zuhälter Borys sucht Tomek den Einstieg in die Prostitution. Der zarte Knabe ist begehrt, es finden sich schnell zahlungswillige Kunden. Es kostet den Jungen eine ungeheuere Überwindung, aber nachdem er den ersten Schritt getan hat, zieht ihn der Sog des schnellen Geldes sofort in ein Geschäft, aus dem es keinen Rückweg mehr gibt.
Der Teenager hat auf einmal richtig Geld, was ihm erlaubt, seine Freundin zu verwöhnen. Doch als Marta das Interesse an ihm verliert, weil er ihren unaufhörlichen Hunger auf neue Klamotten nicht befriedigen kann, fühlt sich Tomek endgültig von allen Seiten verlassen. Zur enttäuschten Liebe kommt die Enttäuschung über die gebrochenen Versprechen der Erwachsenen. Das Projekt Sternwarte scheitert; der Pfarrer ist auch keine Hilfe. Sein bester Kumpel Ciemny hat ihn im Stich gelassen.
Tomek erkennt bald seinen Marktwert. Damit gewinnt er mit einem Schlag so viel Selbstbewußtsein, daß er dem Zuhälter Borys knallharte Bedingungen stellt. Es läuft gut. Bis Tomek an einen Perversling gerät, der ihn schlimm verprügelt. Nach dieser schmerzvollen Erfahrung geht Tomek gestärkt in eine neue Stufe: Er verpfeift Borys an die Polizei und übernimmt im Handstreich dessen Position als Zuhälter. Jetzt ist an dem Kontaktpunkt, wo in der Dunkelheit die Limousinen mit den deutschen Kennzeichen anrollen, um polnische Strichjungen einsteigen zu lassen, Tomek der Boss...

Tomeks Familie weiß nichts von der Art seiner nächtlichen Tätigkeit. Sie glauben, er habe das viele Geld, das er nach Hause bringt, mit Zigarettenschmuggel erworben. Doch in diesen Tagen feiert Polen das Ende der Grenzkontrollen. Man kann die Grenze nach Deutschland jetzt frei passieren. Schmuggel bringt nichts mehr. Und die deutschen Freier können noch unerkannter herüberkommen, um sich polnische Jungs zu holen.
Es wäre zu einfach, nur die Männer anzuklagen, die ohne jedes Gewissen die Not der Jugendlichen ausnutzen, um ihnen käuflichen Sex abzuringen. Es muß die Frage gestellt werden, was die Heranwachsenden dazu bringt, ihre Körper in den intimsten Bereichen auf so abstumpfende Weise wegzugeben.
Der Film zeigt hier das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Auf die Abschaffung des ungeliebten Sozialismus folgte in Polen die marktkapitalistische Anarchie. An Tomeks Schicksal wird aufgezeigt, was für eine desorientierte Jugendgeneration diese Verhältnisse hervorgebracht haben. Trotz des Monopols der katholischen Kirche ist Geld für verschwenderischen Luxus zum neuen Gott geworden. Auf dem Arbeitsmarkt und in der regulären Wirtschaft herrscht Perspektivlosigkeit. Nur wenige können hier ordentlich verdienen. Die Motivation, sich durch eine gute Ausbildung zu qualifizieren, ist für junge Leute kaum gegeben, was sich an Tomeks Schwester zeigt. Weil aber die Konsumsucht weit verbreitet ist, sind Teile der Bevölkerung in eine Schattenwirtschaft abgetaucht. Hier blühen Kriminalität, Prostitution, Schieberei und der ganze Sumpf.
Tomek ist ein intelligenter Junge. Er ist ehrlich und fleißig, er glaubt noch an die Zukunft. Doch seine Zuversicht wird von seinem gesamten desillusionierten Lebensumfeld Stück für Stück zerstört. Der arbeitslose Vater trainiert in seiner freien Zeit den Fußballverein, er interessiert sich nur dafür, daß sein Junge gut Fußball spielt. Tomeks Ehrgeiz etwas Vernünftiges zu lernen findet beim Vater keine Unterstützung. Tomeks Abgleiten in die Jugendprostitution wird entscheidend von der Gier seiner Freundin angetrieben. Sie nimmt den gutmütigen Jungen aus wie eine Weihnachtsgans. Er wird Opfer seiner Liebe. Um ihr die teueren Sachen kaufen zu können, geht er auf den Strich.
Tomek Darsteller Filip Garbacz liefert eine fulminante Vorstellung. Der hagere Junge mit den Mandelaugen spielt die emotional qualvollen Szenen sehr eindrucksvoll. Die Regie zwingt den Zuschauer in langen, bedrückenden Minuten den inneren Kampf Tomeks mitzuerleiden. Der Junge ringt beim ersten Mal mit einem Freier mit sich, weil er im Begriff ist, etwas zu tun, was ihn unendlich anekelt, und was er als widerlich empfindet. In kurzer Zeit verändert sich Tomek vom braven Schüler zum abgebrühten Zuhälter. Als ihn die tragischen Folgen seiner unüberlegten Blitzkarriere einholen, kann er vor lauter Entsetzen und Wut nur noch mit einer hilflosen Verzweiflungstat reagieren. Die Gewalt sucht sich ihren Weg. (Pino DiNocchio)

 


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