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Blut Und Ehre - Jugend Unter Hitler - [Blood & Honor - Youth Under Hitler] (TV 1981) - [DE] DVD deutsch

Blut Und Ehre - Jugend Unter Hitler - [Blood & Honor - Youth Under Hitler] (TV 1981) - [DE] DVD deutsch
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Art.Nr.: 693051
Blut Und Ehre - Jugend Unter Hitler - [Blood & Honor - Youth Under Hitler] (TV 1981) - [DE] DVD deutsch

693051 DE
Tonspur: Deutsch
Untertitel: keine
Länge: 240 Min.
Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
Extras: 12-seitiges Booklet; TV-Diskussionsrunde zur Reihe "Blut und Ehre - Jugend unter Hitler: war es wirklich so? Folge 1-4 (180 Min.)
- minus - Es fehlt die englischsprachige Fassung
Aufbewahrungsbox Mediabook mit großflächigem BRD-Zensuraufdruck

 

Originaltitel: Blut und Ehre - Jugend unter Hitler
internat.: Blood & Honor - Youth under Hitler
Regie: Bernd Fischerauer
Musik:  
Darsteller: Gedeon Burkhard, Jeffrey Frank, Stephen Higgs, Steffen Rübling, David Weidner, Jakob Fruchtmann, Craig Reid, Matt Bader, Stuart Reid, Aljoscha Walser, Robert Oliver, Sven-Eric Bechtold, Annegret Schmidt, Rolf Becker, Marlies Engel, Leslie Malton, Karlheinz Lemken, Gila von Weitershausen, Günther Malzacher, Siegfried Kernen, Elisabeth Endriss
  Deutschland (West) / USA 1981


BLUT UND EHRE - JUGEND UNTER HITLER (TV 1981)
Blood & Honor - Youth under Hitler

Teil 1: 1933 - Unsere Fahne flattert uns voran
Der Musiker Ernst Keller ist arbeitslos. Die Familie muß an allem sparen. Sohn Hartmut, Schüler in der 5. Klasse, bekommt nur umgenähte alte Kleidung vom Vater, sein Pausenbrot ist oft mager. Ganz anders ist das bei Klassenkamerad Hans Mönckmann. Dessen Vater ist Rechtsanwalt, die Familie ist wohlhabend, der Tisch ist reich gedeckt. Dr. Mönckmann ist auch Ortsgruppenleiter der NSDAP, was ihm weitere Privilegien einbringt.
Hartmut ist fasziniert von den Versprechungen und dem Gruppengeist bei den Jungvolk-Versammlungen, die Hans älterer Bruder Günther im Haus der Mönckmanns abhält. Gegen den Willen seines Vaters tritt auch Hartmut dem Jungvolk bei. Bei dem Sozialdemokraten Ernst Keller ist das Entsetzen groß darüber, daß er seinen Jungen an die Rattenfänger der Nazis verliert. Sport und Geländespiele in der braunen Uniform, das begeistert die 11jährigen Jungen. Die straff ausgerichtete Jugendorganisation der Nazis lockt mit kleinen Geschenken, bietet attraktive Freizeitgestaltung und motiviert die Kinder mittels einer Vielzahl von zu verdienenden Rangabzeichen zu Leistung und Gehorsam.
Nur einer darf nicht mitmachen: der jüdische Mitschüler Franz Kuhn bleibt ausgegrenzt. Mit seinem ehemals besten Freund Franz will Hartmut jetzt nichts mehr zu tun haben. Nachdem die NSDAP die Wahl gewinnt, werden Oppositionelle von den braunen Horden verfolgt. Auch den Sozialdemokraten Ernst Keller und seinen Freund Gruber haben sie auf dem Kicker. Die Verhaftung seines Vaters läßt Hartmut nur kurz innehalten. Der Junge bleibt gleichgültig.

Teil 2: 1933-1936 - Unsere Fahne ist die neue Zeit
Ernst Keller hat nach 7 Monaten Zwangsarbeit widerwillig die Parteiuniform der NSDAP angezogen, um wieder Arbeit zu bekommen und seiner Familie eine auskömmliche Existenz zu ermöglichen. Hartmut steigt zum Jungenschaftsführer auf. Der Aufmarsch des Jungvolks nimmt zunehmend militärischen Charakter an. Die Jungen erleben es immer noch als Abenteuer. Zeltlager, Sport, Singen, Gemeinschaft. Das System ist ausgeklügelt. Einerseits übt die Gemeinschaft einen Sog aus, der alle mitzieht und jeden dazu anspornt, bei körperlichen Anforderungen die Zähne zusammenzubeißen; denn jeder möchte mit den anderen mithalten können. Andererseits hat jeder Einzelne eine konkrete Perspektive, sich durch seine Leistung Belohnung, Anerkennung und Aufstieg zu verdienen.
In der Schule wird den Kindern die nationalsozialistische Rassenlehre eingetrichtert. Die Mutproben werden zerstörerisch. Als Hartmut durch den Fanatismus leichtfertig den Tod eines Kameraden verschuldet, gerät er für einen Augenblick ins Nachdenken. Aber der Schock weicht schnell. Die Ideologie ist schon zu tief eingebrannt in die junge Seele, daß er bald darauf wieder erhobenen Hauptes nach vorne blickt. Die Schwachen gehen drauf, die Starken überleben, davon ist Hartmut überzeugt.

Teil 3: 1938 - Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit
Die ganzen Jahre ihrer Jugend sind die Freunde Hartmut Keller und Hans Mönckmann im NS-System aufgewachsen. Die faschistische Ideologie hat sich in den Köpfen der Jugendlichen festgesetzt. Hatte man bis dahin Mitbürger und Schulkameraden, die sich nicht zum Nationalsozialismus bekannten, noch toleriert, so wird jetzt hemmungslos ausgesiebt. Hartmut verstrickt sich immer tiefer in den Fängen des perfiden Systems. Das natürliche Leben eines Teenager, der seine erwachende Sexualität ausprobieren möchte, ist in der sexualfeindlichen Gesellschaft der Nazis nicht erlaubt. Um, nachdem er in einer unzüchtigen Situation erwischt wurde, seine Position zu bewahren und in der Karriereleiter des Jungvolks weiter aufzusteigen, denunziert er Andersdenkende. So bringt er seines Vaters besten Freund Rudolf Gruber, den Vater seines Kameraden Theo, der als alter Sozialdemokrat offen gegen die Nazis wettert, ins Arbeitslager. Die jüdische Familie Kuhn wird angefeindet, ihr Bekleidungsgeschäft wird boykottiert. Die Eltern Keller verzweifeln, weil ihnen ihr Sohn über die Jahre völlig entglitten ist. Ihre Erziehung hat versagt.

Teil 4: 1939 - Denn die Fahne ist mehr als der Tod
Hartmut kommt endlich mit Hans Schwester Hella zusammen, in die er schon lange verliebt ist. Hans wird in die Adolf Hitler Schule aufgenommen, eine Eliteanstalt, zu der es auch Hartmut noch schaffen will. Die jahrelange Heranzucht einer Generation war erfolgreich. Die Jugendlichen sind bestens vorbereitet für ihre Aufgabe: Soldaten für Hitler wollen sie werden!
Deutschland marschiert widerstandslos und international geduldet in die Tschechoslowakei ein und annektiert Teile des Landes. Unterdessen ereilt ein völlig ungeahnter Schicksalsschlag die Familie Mönckmann. Alles wird erschüttert, alles zerbricht. Während draußen der Vorabend des neuen großen Kriegs heraufzieht. Auch Hartmut muß Entscheidungen treffen.

Bonus: TV-Diskussionsrunde zur Reihe "Blut und Ehre - Jugend unter Hitler: war es wirklich so?
Für die undifferenzierte, plakative Darstellung des Jungvolks hagelte es nach der TV-Ausstrahlung im Sommer 1982 heftige Zuschauerkritiken. Begleitend zu den vier Teilen des Fernsehspiels "Blut und Ehre" sendete die ARD auch vier Diskussionsrunden mit der Fragestellung "Jugend unter Hitler: war es wirklich so?" Im Studio stellen Schüler und Auszubildende diese Frage an Zeitzeugen, die damals Kinder waren. Die Zeitzeugen wollen klarstellen, wie vielschichtig die Motive für die Jugendlichen waren, bei der Hitlerjugend mitzumachen. Es wird aufgezeigt, in welch großem Maß die NSDAP-Jugendorganisationen in ihren Anfängen Elemente aus schon bestehenden Jugendverbänden wie Pfadfinder, Bündische Jugend oder Turnvereine aufgriffen und diese Jugendvereinigungen assimilierten.
Die im Sendejahr 1982 im Rahmen der Studiodiskussionsrunden ausgewerteten Zuschauerreaktionen sind aus der Sicht von 30 Jahren später schon wieder eine Geschichtslektion für sich. Die erstaunlich hohe Zahl an Zuschriften, welche die NS-Zeit verteidigen und die gegenwärtige Jugend als "vergammelt" beschimpfen, erklärt sich mit der noch geringen zeitlichen Distanz. Die Nazi-Generation stand 1982 noch mitten im Leben. So geniert sich eine Zeitzeugin wie Hannelore Canzler im Studio nicht, ihre demonstrative Naivität des Nichtwissens geradezu zu romantisieren, so als habe niemand damals etwas Schlimmes in der Nazi-Ideologie gefunden: Für die Kinder sei es eine schöne Zeit gewesen, an die man sich gerne zurückerinnere, lautet die lapidare Feststellung. Unisono wird von ehemaligen Mitgliedern von HJ und BDM behauptet, man habe in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen Chancen gesehen, sich als Heranwachsende von den Eltern abzusetzen und sich Freiräume zu schaffen. Keineswegs sei alles so zwanghaft gewesen, wie es die Geschichtsschreibung heute darstellt. Eine Ausnahme bilden nur jene Leute, die sich damals als Minderheit nicht der NS-Jugendorganisationen fügten und sich teilweise gegen Ende sogar in Widerstandsgruppen formierten. An der ungetrübten Wahrnehmung der Zeitzeugen mag gezweifelt werden, das ist in dieser Sache ein generelles Phänomen.

Konklusion
Der totalitäre NS-Staat genoß in der Tat einen relativ hohen Rückhalt in der Bevölkerung. Die Vorteile, insbesondere im Bereich von Wirtschaft und Arbeit, überwogen in der Empfindung vieler Menschen die Nachteile. Vielen Leuten ging es besser als zuvor in den Chaosjahren der Wirtschaftskrise in der Weimarer Republik. Freiheitsbeschränkungen und Intoleranz nahm man dafür in Kauf. Speziell die flächendeckende Jugendarbeit, durch die Jungen und Mädchen ab 10 Jahren in ein kostenloses Freizeitprogramm eingebunden wurden, welches in geschlechtsspezifischer Rollenverteilung ganz im konservativen Zeitgeist stand, fand großen Anklang. Das in den 1930er Jahren im Volk noch nicht ausgebildete Bewußtsein für Selbstbestimmung und freiheitliche, gleichberechtigte Demokratie ließ tatsächlich viele Bürger die Gefahr nicht erkennen, die aus der massiven Kontrolle des Staats über die Kinder erwuchs. Kritische Eltern wie im Film die Kellers verloren den Einfluß auf ihr Kind, denn ein Junge wie Hartmut wollte sich nicht unter seinen Freunden zum Außenseiter machen. Der Wunsch zur Masse dazuzugehören ist bei den noch ungeformten Heranwachsenden stärker als die Idee, eine individuelle Persönlichkeit zu entwickeln.
Der Protagonist Hartmut Keller steht in "Blut und Ehre" für eine ganze Kindergeneration, die zu Opfern wurde. Man kann im Film durchaus nachvollziehen, welche magische Faszination die gemeinschaftlichen Aktivitäten beim Jungvolk auf die unbedarften Knaben ausübten. Ausrüstung und Bekleidung gab es kostenlos, damit verlockt man kleine Jungen todsicher. Abenteuer und Kräftemessen, Erlebnis und Kameradschaft, das reizte so sehr, daß Aspekte wie Unterordnung, Gehorsam und auch Bestrafung bereitwillig akzeptiert wurden. Jeder - körperliche Leistungsfähigkeit vorausgesetzt - konnte sich in einem weit verzweigten System von Rangordnungen in der Hierarchie hocharbeiten, und zwar in kleinen Schritten, die in kurzen Abständen motivierende Erfolgserlebnisse ermöglichten. Durchschaut man das Prinzip, so ist es eigentlich gar kein großes Geheimnis. Am Ende der Ära hatten sich die Nazis mit dem Deutschen Jungvolk DJ (10-14jährige) und der Hitlerjugend HJ (15-18jährige) eine kampfbereite Generation herangezogen, die sich in blinder Gefolgschaft für Hitlers Wahnsinn in den Krieg stürzte.
Daß die heute noch lebenden Zeitzeugen fast kollektiv eine rundweg positive Erinnerung an die Nazi-Zeit haben, liegt an der Irreversibilität der damals vorgenommenen, aktiv erlebten Indoktrination. Für diese Menschen brach mit dem Ende des NS-Regimes ihr komplettes Weltbild zusammen, und sie blieben für den Rest ihres Lebens unfähig, der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse zu folgen und die Durchsetzung des modernen Menschenbilds zu akzeptieren. Die aus der historischen Katastrophe zu ziehende Lehre ist im Bezug auf die Jugendarbeit klar: Nur eine offene, pluralistische Gesellschaft mit vielen verschiedenen Angeboten kann einer massenhaften Vereinnahmung der Jugend vorbeugen. Pluralismus und Informationsfreiheit verhindert nicht, daß ein Teil der leicht manipulierbaren Heranwachsenden in Irrwegen landet; die Vielfalt sorgt nur für eine adäquate Verteilung des Meinungsspektrums.

Drehbuchautor Helmut Kissel, selbst seinerzeit als Kind dabei gewesen, versucht ein autobiografisch angehauchtes Bild von den erlebten bunten Facetten des Jungvolks zu zeichnen. Es kommt in den Szenen durchaus überzeugend rüber, welche Begeisterung die Jungs ergriff, als sich ihnen diese Abenteuertruppe unter Gleichaltrigen eröffnete, in der jeder selbst sich beweisen und durch Leistung aufsteigen konnte. Besonders für die Arbeiterkinder aus verarmten Verhältnissen bot sich dadurch ein Fluchtweg aus den Klassenunterschieden.
Mit einem Ensemble aus überwiegend in den USA gecasteten Jungdarstellern drehte die vom Südwestfunk beauftragte deutsche Produktionsfirma in Kooperation mit einer US-amerikanischen Firma den TV-Vierteiler in englischer Sprache, und mit den überwiegend deutschen erwachsenen Schauspielern drehte man in deutscher Sprache. Den Hartmut als Kind in Folge 1 drehte der blutjunge Münchener Gedeon Burkhard in einer seiner ersten Filmrollen überhaupt schon perfekt gleich in zwei Sprachen. Mittels Nachsynchronisation entstanden dann zwei komplette Sprachfassungen, eine für das westdeutsche Fernsehpublikum und eine für die internationale Vermarktung.
Wer sich für viel Geld die in von einem Tochterunternehmen des deutschen Staatsfernsehens im Jahr 2011 herausgegebene DVD kauft, bekommt indessen die englischsprachige Fassung mit den Originalstimmen der Jungdarsteller nicht mitgeliefert! Was war doch noch eben analytisch über den perspektivischen Unterschied zwischen Pluralismus und gleichgeschaltetem Deutschtum herausgearbeitet worden? Deutschland ist noch immer arm an Verstand!
Was das deutsche Fernsehen bei der DVD seiner eigenen Produktion nicht zustande bringt, das leistet ein kleiner Lizenznehmer mühelos: Das Label Fernsehjuwelen bietet in seiner 2014 veröffentlichten europäischen DVD Edition neben der deutschen Fassung auch die komplette englischsprachige Drehfassung. Diese unterscheidet sich in kleinen Details, vor allem aber im Vorspann, wo in der internationalen Fassung original Archivmaterial aus der NS-Zeit verwendet wurde, welches das deutsche Fernsehpublikum nicht sehen durfte.
(Pino DiNocchio)

 


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