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Privatunterricht - [Eleve Libre] - [DE] DVD

Privatunterricht - [Eleve Libre] - [DE] DVD
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Art.Nr.: 684809
Privatunterricht - [Eleve Libre] - [DE] DVD

684809 DE - mit Wendecover -
Tonspur: Deutsch / Französisch
Untertitel: D
Länge: 104 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
Extras: Wendecover; Castingaufnahmen mit den Hauptdarstellern; Interview mit Regisseur Joachim Lafosse

 

Originaltitel: Elève libre
Regie: Joachim Lafosse
Musik:  
Darsteller: Jonas Bloquet, Jonathan Zaccaï, Yannick Renier, Claire Bodson, Pauline Etienne, Anne Coesens, Johan Leysen
  Belgien 2008


PRIVATUNTERRICHT - Elève Libre

Schüler Jonas trainiert verbissen auf dem Tennisplatz. Profisportler will er werden. In der Schule zeigt der 17jährige weniger Ausdauer. Zum dritten Mal steht seine Versetzung auf der Kippe.
Über die Ferien wohnt Jonas bei drei erwachsenen Freunden seiner geschiedenen Mutter, während diese sich mit einem Kerl im Ausland herumtreibt. Pierre, Nathalie und Didier führen eine offene Lebensgemeinschaft. Sie erklären sich bereit, Jonas in den verschiedenen Fächern Nachhilfeunterricht zu geben, damit er die schwierige Prüfung bestehen kann und die Schule nicht verlassen muß. Es gibt eine Menge Stoff nachzuholen. Der abgebrochene Lehramtsstudent Pierre entdeckt dabei seine Leidenschaft zum Unterrichten wieder.
Jonas büffelt täglich stundenlang, aber noch etwas anderes beschäftigt ihn. Er will das erste Mal mit seiner Freundin schlafen, und er sorgt sich, ob er dabei alles richtig macht. Die Drei in der Wohngemeinschaft sind natürlich neugierig, von Jonas alle Details zu hören, wie es beim ersten Mal war. Jonas ist verunsichert, er glaubt, er könne Delphine nicht befriedigen, weil er zu schnell kommt. Pierre, Nathalie und Didier geben dem Jungen freimütig Sextips. Schließlich nutzt das Dreigestirn die Unwissenheit des Jugendlichen, um ihn ganz genüßlich zu praktischen Aufklärungsübungen zu verführen. Erst darf er ihnen beim Akt zuschauen, dann darf er sich am eigenen Körper von den sexerfahrenen Erwachsenen zeigen lassen, wie man einen Partner richtig befriedigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man es mit einer Frau oder mit einem Mann macht...

In ihrem freien Zugang zur Sexualität haben die drei Erwachsenen nahezu alle Grenzen abgeschafft. Man kann nichts beurteilen, was man nicht selbst ausprobiert hat, lautet ihr Prinzip. Das möchten sie den heranwachsenden Jonas lehren. Den Knaben in ein offenes, unverklemmtes Verhältnis zur Sexualität einzuführen, das ist eine gute Sache. Bis zu dem Moment, wo Pierre beginnt, seine persönlichen Gelüste über die Bedürfnisse des Jungen zu stellen. Er mißbraucht das Vertrauen und das Abhängigkeitsverhältnis seines Schülers und vergeht sich an ihm. Damit verlieren alle Werte, die er Jonas über die freie Einstellung zur Sexualität gerade gelehrt hat, mit einem Schlag ihre Glaubwürdigkeit. Jonas wird sich der Lage bewußt, er fängt an sich dem Mißbrauch zu widersetzen. Pierre reagiert aufgebracht und versucht, den Jungen als den Schuldigen hinzustellen.

Es ist schon ganz klar, daß Pierre den Jugendlichen, der so neugierig und trotz innerlichem Zögern bereitwillig die lehrreichen Sexspielchen mitmacht, ab einem gewissen Punkt mißbraucht. Das beweist schon Pierres panisch-boshaftes Benehmen, als er mit dem Vorwurf konfrontiert wird. Jonas ist kein Kind mehr, doch in seiner Entwicklung ist er mit 17 noch nicht genug gefestigt, um bei neuen Erfahrungen immer sofort die Grenzen zu erkennen.
Autorenregisseur Joachim Lafosse wandelt mit "Elève libre" auf schmalem Grat. Der Umstand, daß die Figur Pierre am Ende zu weit geht, birgt die große Gefahr, daß alles, was der Film zuvor an progressiver Aussage aufgebaut hat, in Schall und Rauch aufgeht. Um es deutlich zu sagen: Aus liberaler Sicht ist es völlig in Ordnung, einen Heranwachsenden in die Vielfalt der Sexualität einzuführen, solange dieser alles klar versteht und begreift, was er tut; solange er die Kontrolle besitzt und entscheiden kann, was er machen möchte und was nicht. In "Elève libre" kippt diese diffizile Balance. Die gutgemeinte Nachhilfe in Sachen Sex mutiert zum Eigennutz für die Erwachsenen und wird dadurch prekär für den Jugendlichen. In einer gesellschaftspolitischen Atmosphäre, wo sexuelle Kontakte mit Jugendlichen durch die Medienpropaganda moralisch verteufelt und kriminalisiert werden, zündelt Lafosse an der bisher erreichten Emanzipation jugendlicher Sexualität. Ein Film, der nicht in falsche Hände gelangen sollte. (Pino DiNocchio)

 


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