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Der Krieg Der Knöpfe - [La Guerre Des Boutons] (2011) - [DE] DVD

Der Krieg Der Knöpfe - [La Guerre Des Boutons] (2011) - [DE] DVD
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Art.Nr.: 679039
Der Krieg Der Knöpfe - [La Guerre Des Boutons] (2011) - [DE] DVD

679039 DE - mit Wendecover -
Tonspur: Deutsch / Französisch
Untertitel: D
Länge: 104 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
Extras: Wendecover, entfallene Szenen, Making Of, Kindercasting

 

Originaltitel: La guerre des boutons
Regie: Yann Samuell
Musik: Klaus Badelt
Darsteller: Vincent Bres, Théo Bertrand, Louis Lefèbvre, Théo Fernandez, Tristan Vichard, Tom Terrail, Victor Le Blond, Arthur Garnier, Salomé Lemire, Eric Elmosnino, Mathilde Seigner, Fred Testot, Alain Chabat
  Frankreich 2011


DER KRIEG DER KNÖPFE - La guerre des boutons (2011)

Zwischen den Kindern der Dörfer Longeverne und Velrans herrscht erbitterte Feindschaft. Das war schon immer so, seit Generationen. Mit allen erdenklichen Bosheiten spielen sich die Dorfsprößlinge gegenseitig Streiche. Die Erwachsenen spielen eifrig bei diesem bornierten Kleinkrieg mit.
Bei den Jungen in Longeverne ist der vaterlose Lebrac der Anführer. Er ist ein kluger Junge, er versteht sehr viel, und das macht ihn rebellisch und aufsässig. Zuhause muß er der kriegsverwitweten Mutter auf dem Bauernhof helfen, und bald soll er in der Fabrik arbeiten gehen. Da scheint ihm die Schule recht nutzlos. Lieber prügelt er sich auf dem Feld mit den verhaßten Kindern des Nachbarorts.
Als ein Junge aus Velrans in Gefangenschaft gerät, schneiden ihm die Kerle aus Longeverne zur Demütigung alle Knöpfe von den Kleidern. Darauf geschieht deren Anführer Lebrac dasselbe, nachdem dieser in einen Hinterhalt der Bande aus Velrans tappt. Der Krieg der Knöpfe hat begonnen. Um keine weiteren Knöpfe einzubüßen, führt Lebrac zum Entsetzen der Gegner seine Jungs nackt in die nächste Schlacht...

Gleich zwei parallel produzierte Neuverfilmungen des 1912 erschienenen sozialsatirischen Romans von Louis Pergaud lieferten sich im Jahr 2011 an Frankreichs Kinokassen ein "Knopf-an-Knopf" Rennen. Maßstab für deren beider Bewertung ist die zu einem Klassiker gewordene Filmfassung von 1962, welche kurz nach dem 1. Weltkrieg spielt.
Während Christophe Barratier in seinem als kontrovers zu bezeichnenden, mit "La nouvelle guerre des boutons" titulierten Film sich in unzulässiger Weise vom Roman entfernt, indem er die Handlung in den 2. Weltkrieg verlegt und sie zur Thematisierung der Judenverfolgung zweckentfremdet, hat Regisseur Yann Samuell aus dem mit gesellschaftskritischen Themen der vorletzten Jahrhundertwende durchsetzten Kinderabenteuer in seiner Neuinterpretation eine flache Flegelkomödie mit erwachsenen Kindsköpfen gemacht. Wer der französischen Sprache mächtig ist, sollte sich die Klamotte vorzugsweise im Originalton ansehen, denn bei der Übersetzung verlieren die prägnanten Worte und Beschimpfungen ihre beißende Wirkung.
Yann Samuell läßt die Geschichte im Jahr 1960 spielen. Im zeithistorischen Kontext treten demnach andere Motive in den Vordergrund. Frankreich befindet sich in den Kolonialkriegen, Algerien kämpft für die Unabhängigkeit. Im Original geht es bei Lebracs Idee zur gerechten Finanzierung der Kriegskasse um die Gleichheit der Klassen und Stände. Die Unterschiede zwischen armen und reichen Kindern sollen aufgehoben werden. Aus Lebracs Intelligenz entspringt ein sozialistischer Funke ganz im fortgesetzten Geiste des "égalité" Gedankens der französischen Revolution. Samuell ersetzt das Streben nach ökonomischer Gerechtigkeit durch die von der algerischen Befreiungsbewegung inspirierte Idee einer Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Die Auflehnung der Kinder gegen die Bevormundung durch Erwachsene ist in Samuells Inszenierung das zentrale Anliegen in Lebracs Agitation. Das entspricht der Stimmung der anbrechenden 1960er Jahre, wo sozialistische Ideen im Westen zum Feindbild gehörten und die väterliche Züchtigung, unter der Lebrac im Original zu leiden hat, nicht mehr der Vorstellung von moderner Familie entsprach. Daher hat man Lebracs autoritären Vater in dieser Verfilmung im Krieg zurückgelassen, der Junge steht als Halbwaise in einer belastenden Verantwortung für seine Familie. Es hätte bei der Adaption an eine andere Zeit wesentlich schlimmer kommen können, etwa wie in Barratiers schon erwähnter unsachgemäßer Verpflanzung der Geschichte in die NS-Zeit, oder wenn man den "Krieg der Knöpfe" dummdreist in die heutige Gegenwart katapultiert hätte.
Dennoch ist der Film durch die stark komödiantische Note und den fehlenden Tiefgang recht weit weg von der ursprünglichen Atmosphäre der literarischen Vorlage. Ganz dem heutigen Zeitgeist zuzurechnen ist wohl der ätzende Charakter der einzige Mädchenfigur Lanterne. Im Original begleitet Lanterne die Jungs und übernimmt das Annähen der Knöpfe. Die seinerzeit übliche Arbeitsteilung der Geschlechter braucht man nicht so strikt beizubehalten, doch dieses trotzköpfige Mädchen hier, das unbedingt bei den Jungen mitmachen will, führt sich aufs Peinlichste chauvinistisch auf, indem sie Lebrac mit obsoleten damenhaften Winkelzügen kompromittiert. Die ollen Mädchengeschichten kommen in der Vorlage selbstverständlich nicht vor. Ohne solche aufoktroyierten Mädchenrollen kommt in heutiger Zeit wohl kein Jungenabenteuer mehr durch die politische Geschlechterquotenzensur.
Es bleibt ein Blick auf die jungen Laiendarsteller zu werfen, die am Set unter Samuells kinderfreundlicher Regie viel Spaß hatten. In der Hauptrolle wirkt Vincent Bres als Lebrac häufig von ungeschickt angelegten Szenen und Dialogen ausgebremst. Die impulsivsten Auftritte hat Louis Lefèbvre als Lebracs strategisch kompromißlos vorgehender Stellvertreter Camus. Der Sonderpreis geht an Tristan Vichard, der den niedlichen kleinen Gibus so authentisch spielt wie man ihn aus der alten Verfilmung in Erinnerung hat. Leider wurde auch sein Part inhaltlich ziemlich gekürzt. Die Figur von Lebracs Gegenspieler L'Aztec, dem Anführer aus Velrans, wird in der Charakterentwicklung überhaupt nicht weiter beleuchtet. Die familiären Konflikte, in denen sich beide Jungen befinden, und die ihre Wut erklären, kommen nicht zur Sprache. Der klassische Ausgang der Erzählung ist durch ein neues Ende schlichtweg abgeschnitten worden. Insoweit kann das verkürzte Machwerk doch nur als Ideenklau an einem Roman aufgefaßt werden, nicht jedoch als seriöse Literaturverfilmung. Nach dem Kinobesuch mag man gerne dem Ausspruch von Tigibus aus der 1962er Verfilmung beipflichten: "Wenn ich das gewußt hätte, wär ich nicht mitgekommen."
(Pino DiNocchio)

 


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Diesen Film gibt es auch in anderen Editionen::

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