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Das Herz Von Jenin - DOKU - [DE] DVD arabisch

Das Herz Von Jenin - DOKU - [DE] DVD arabisch
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Art.Nr.: 550644
Das Herz Von Jenin - DOKU - [DE] DVD arabisch

550644 DE
Tonspur: Mehrsprachige Originalfassung (Arabisch, Hebräisch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Länge: 89 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.66
Extras:  
- minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt

 

Originaltitel: Das Herz von Jenin
Regie: Leon Geller, Marcus Vetter
Musik:  
Darsteller: -
  Deutschland 2008


DAS HERZ VON JENIN

Im Flüchtlingslager von Jenin im von Juden besetzten Westjordanland kennen die Menschen seit Generationen nur Krieg. Jüdische Soldaten der "israelischen" Armee feuern 2005 in den Gassen von Jenin in die zivile Menschenmenge. Sie schießen auch auf spielende Kinder. Ein 12jähriger palästinensischer Junge, der ein Spielzeuggewehr trägt, wird niedergeschossen. Er stirbt im Krankenhaus.
Die Eltern des getöteten Ahmed Khatib treffen eine ungewöhnliche Entscheidung: Sie willigen in den Vorschlag eines "israelischen" Klinikmitarbeiters ein, die Organe ihres Sohnes zu spenden, damit anderen Kindern mit einer Transplantation das Leben gerettet werden kann.
Wie es der islamische Glaube gebietet, muß sich der Vater Ismael Khatib für diesen Schritt zuvor die Erlaubnis der religiösen Führer einholen. Diese befinden in ihrer Weisheit, daß die Organspende nach dem Tod zur Rettung anderer Menschenleben den Gesetzen des Islam gerecht wird, und daß es dabei keine Rolle spiele, wer gerettet wird. Das Leben jedes Menschen ist vor Gott heilig. Daher sei es auch annehmbar, wenn ein Empfänger eines Organs von Ahmed ein Jude sei.

Die Organe von Ahmed gehen an 6 Kinder aus verschiedenen Volksgruppen in verschiedenen Teilen des jüdischen, von "Israel" beherrschten Teils Palästinas. 3 Empfängerfamilien wollen anonym bleiben, 3 Familien sind bereit, sich zwei Jahre später mit Ismael zu treffen und vor der Kamera für diesen Dokumentarfilm zu sprechen.
Um seinen Onkel Mustafa zu besuchen, der in Sichtweite auf der anderen Seite des Tals wohnt, muß der Palästinenser Ismael mitten auf seiner Heimaterde eine schwer gesicherte Todesgrenze passieren. Das dauert mehrere Stunden und ist mit viel Bürokratie und Schikane verbunden. Mustafas Haus steht im von "Israel" beherrschten Teil Palästinas. Zusammen mit Mustafa und begleitet von der Filmkamera macht sich Ismael auf den Weg, um die Kinder zu besuchen, die Ahmeds Organe erhalten haben.
Die drei Familien stehen stellvertretend, wenn auch nicht allumfassend für die Vielfalt an Völkern und Religionen, die in Palästina, einem der ältesten Siedlungsgebiete der modernen Menschheit, heute auf engstem Raum zusammenleben, jedoch teilweise brutalen gegenseitigen Anfeindungen und Trennungen ausgesetzt sind.
Das kleine Mädchen Samah, das mit Ahmeds Herz weiterleben darf, gehört zur Volksgruppe der Drusen, die im Norden Palästinas an der Grenze zum Libanon beheimatet sind.
In der Negev Wüste im Süden kann der fröhliche Beduinenjunge Mohammad mit einer Niere von Ahmed wieder ohne Dialyse leben und herumtoben. Seit ewigen Zeiten ziehen die Beduinen als Nomaden durch die Wüste. Nun, so erzählt Mohammads Vater, wo ihnen das Umherziehen kaum noch gestattet ist und sie sich in der Wüste ein Haus gebaut haben, würde ihm von den Juden vorgeworfen, er habe ihnen das Land weggenommen! Obwohl die Familie fern von der Anbindung an die Zivilisation wohnt, muß sie jeden Tag damit rechnen, daß Räumkommandos anrücken und ihr Haus niederreißen.
Zuletzt besucht Ismael in Jerusalem die aus den USA eingewanderte jüdische Familie Levinson. Trotz aller Dankbarkeit, daß ihrem Töchterchen Menuha mit der gespendeten Niere des Araberjungen Ahmed das Leben gerettet wurde, äußern sich die orthodox-jüdischen Levinsons ganz offen anti-arabisch. Ihre Kinder dürften sich nicht mit palästinensischen Kindern anfreunden, sagen die Eltern. Sie danken Ismael, aber sie wollen keine Freundschaft mit den Arabern. Der Empfang für Ismael und Mustafa bei den Levinsons ist höflich, aber alles andere als herzlich. Ismael wird allen Ernstes gefragt, weshalb er nicht in die Türkei oder nach England auswandere, wenn das Leben für ihn und seine Familie im Westjordanland so beschwerlich sei. Bei so viel blankem Zynismus, die ihm aus dem Munde der Levinsons ins Gesicht schlägt, behält Ismael dennoch die Fassung. Ihm ist anzusehen, wie er sich von Herzen freut, daß die kleine Menuha überlebt hat. Doch, "sie wird dazu erzogen, Araber zu hassen", stellt er nach der Abreise ernüchtert fest.

Der Film zeigt allein schon durch die Kraft der Bilder, was für eine riesige Erfüllung des Herzens es für Ismael ist, die Kinder zu treffen, die durch die Organe seines Sohns wieder gesund von voller Lebensfreude sind - ohne daß sie überhaupt wissen, was mit ihnen geschehen ist.
Ismael berichtet vom Jahr 2002, vom jüdischen Überfall und Einmarsch der "israelischen" Armee in Jenin; von Bombenangriffen aus der Luft, vom Einrollen von Panzern und Bodentruppen, die reihenweise Wohnhäuser unter Beschuß nahmen; die mit schwerem Gerät Wohnhäuser niederwalzten ohne Rücksicht, ob sich darin noch Menschen befanden. Archivbilder aus Nachrichtensendungen dokumentieren diese kriegerische Barbarei. Ismael berichtet, wie die "israelische" Besatzungsarmee im Westjordanland mehrere Male seine wirtschaftliche Existenz vernichtet hat. Das alles spricht für sich. Mit der so hoffnungsvollen Unterzeichnung der Osloer Verträge hatte auch Ismael damals geglaubt, es würde endlich Frieden geben. Doch TV-Bilder von den seit Beginn der zweiten Intifada immer wieder stattfindenden brutalen kriegerischen Angriffen der "israelischen" Besatzungsarmee auf palästinensische Siedlungen zeigen eine andere Wirklichkeit.
Mit seiner Tat, einer Geste der Menschlichkeit, hat Ismael Khatib den Feind in wahrhaft göttlicher Größe entwaffnet. Man kann sich auch anders rächen, erklärt Ismael: "Indem man die Besatzungsmacht bloßstellt!" Der Film von Marcus Vetter und Leon Geller zeigt in Bildern und Worten unmißverständlich, welcher Erniedrigung und Repression die im Westjordanland eingeschlossene arabische Bevölkerung durch den Terror des übermächtigen Militärapparats der "israelischen" Besatzungsarmee permanent ausgesetzt ist.
In Partnerschaft mit der italienischen Stadt Conio ist in Jenin ein Friedenszentrum entstanden. Hier engagiert sich Ismael Khatib in der Kinderarbeit. "Wir leisten Widerstand durch Bildung", erklärt er. Ziel ist es, den Teufelskreis der endlosen Rache zu durchbrechen. Palästinensische Kinder, die Geschwister im Krieg um ihr angestammtes Heimatland verloren haben, sollen lernen, mit anderen Mitteln als der Gewalt zu antworten. Ahmeds Bruder hat den Weg der Musik gewählt. (Pino DiNocchio)

 


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