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Im Glaskäfig - [Tras El Cristal] - (Special Edition) - [DE] DVD spanisch

Im Glaskäfig - [Tras El Cristal] - (Special Edition) - [DE] DVD spanisch
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Art.Nr.: 612014
Im Glaskäfig - [Tras El Cristal] - (Special Edition) - [DE] DVD spanisch

612014 DE - mit Wendecover -
Tonspur: Spanisch
Untertitel: D
Länge: 107 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
Extras: Amaray im Pappschuber ohne FSK-Aufdruck, Audiokommentar von Agusti Villaronga, Interview, 12-seitiges Booklet mit Liner-Notes von Dr. Marcus Stiglegger, entfernbarer Papierumschlag mit deutschem FSK-Zeichen

 

Originaltitel: Tras el cristal
internat. Titel: In A Glass Cage
Regie: Agusti Villaronga
Musik:  
Darsteller: Günter Meisner, David Sust, Marisa Paredes, Gisèla Echevarría, Imma Colomer, Josue Guasch, David Cuspinera, Ricardo Carcelero, Alberto Manzano
  Spanien 1986


IM GLASKÄFIG - Tras el cristal

Der Nazi-Verbrecher Klaus hat nach dem Krieg Zuflucht im faschistischen Spanien gefunden, wo er mit seiner Familie in einer abgeschotteten Villa an einer einsamen Küste wohnt. Hier interessiert sich niemand dafür, daß der KZ-Arzt in den Lagern grausame Experimente an Kindern durchführte. Er mißbrauchte kleine Jungen und tötete sie dann durch Injektionen mit Benzin.
Auch im Exil kann Klaus seinen sadistischen Trieb nicht unter Kontrolle halten. Wiederholt vergreift er sich an Knaben und tötet sie, bis ein schwerer Sturz ihn jeglicher Bewegungsfreiheit beraubt. Am ganzen Körper bis zum Hals gelähmt, liegt Klaus nun in einer Maschine, die ihn am Leben erhält. Ehefrau Griselda und die kleine Tochter Rena sorgen für ihn.
Sieben Jahre nach dem Unfall taucht der junge Angelo auf, der bei Klaus als Krankenpfleger eingestellt werden möchte. Gegen Griseldas energischen Protest gibt Klaus dem Fremden die erbetene Anstellung. Die beiden teilen nämlich ein schreckliches Geheimnis. Bald merkt Griselda, daß der angebliche Krankenpfleger keine Ahnung vom Fach hat. Bevor sie etwas unternehmen kann, wird sie von Angelo ausgeschaltet.
Fortan ist der an die Maschine gefesselte Mann dem unheimlichen Angelo vollkommen ausgeliefert. Der gutaussehende Jüngling beginnt, seinen Pflegepatienten mit dessen Vergangenheit zu konfrontieren. Angelo scheint jedes Detail der Greueltaten zu kennen, die Klaus im KZ an den Kindern begangen hat. Er entwickelt eine bizarre Faszination für das Böse, das er in dem nunmehr hilflosen Mann erblickt. Unaufhaltsam nimmt Angelo die krankhaft bestialische Identität von Klaus an. Er beginnt damit, ahnungslose Jungen in das düstere Haus zu verschleppen und an ihnen die scheußlichen Taten zu begehen, die Klaus in seinem Tagebuch aus dem KZ akribisch beschreibt. Klaus ist gezwungen, die Wiederholung seiner Verbrechen mit anzusehen. Erst als Angelo ihm selbst sexuell nahekommt, erkennt Klaus, wer dieser wahnsinnige Jüngling ist...

Agusti Villaronga visualisiert die schreckliche Geschichte in einer kalten Architektur. Die Räume sind leer und düster, das Haus ist eine fensterlose Festung, die von Angelo in ein nachempfundenes KZ verwandelt wird. Die Farbe Blau dominiert den gesamten Film. Das mechanische Zischen und Pochen der eisernen Lunge betont die beklemmende Atmosphäre von Abhängigkeit und Künstlichkeit. Mit präzisem Einsatz genretypischer Symbolsprache wird die schaurige Spannung eines Psychothrillers erzeugt.
Ausgangspunkt der Handlung von "Tras el cristal" ist die zurückliegende Mißhandlung und Ermordung von Kindern durch den Arzt eines Nazi-KZs. Derartige Verbrechen sind dokumentiert, sie sind geschehen. Bis zuletzt hat der Täter keinerlei Unrechtsbewußtsein. Das Schicksal legt ihm jedoch eine bizarre Strafe auf. Er wird durch den Unfall zum hilflosen Opfer und erlebt nun seine perversen Taten aus der umgekehrten Perspektive. Angelo tötet vor seinen Augen kleine Jungen auf exakt dieselbe Weise, wie Klaus es im KZ getan hat. Zum ersten Mal blickt Klaus seiner eigenen kranken Seele direkt ins Angesicht. Er droht an dieser Abscheulichkeit förmlich zu ersticken.
Villaronga leuchtet in dunkelste Abgründe, entzieht sich aber jeder psychologischen Analyse seiner Figuren. In "Tras el cristal" stehen sich zwei abartige Psychomörder gegenüber, von denen der ältere unfreiwillig Lehrmeister und Idol des jüngeren ist. Der jugendliche Angelo gerät bei der Ausführung seines Racheplans in den Sog der Faszination, die von Klaus' Greueltaten ausgeht. Er verliert die Kontrolle über sich und verfällt einer Obsession für das Scheusal Klaus und dessen Perversion. Angelo nimmt Stück für Stück die Identität des Serienmörders Klaus an, um das Monster in einem neuen Körper weiterleben zu lassen.

Der spanische Regisseur Agusti Villaronga mutet dem Zuschauer das unfaßbare Grauen zu, daß Kinder gequält und getötet werden. Freilich gehört das elementar zur Handlung des schockierenden Psychothrillers. Die Bilder sind klar und unverschleiert, aber keineswegs voyeuristisch.
Ihr Unvermögen, die Handlung und die künstlerische Darstellung zu verstehen, trieb die westdeutsche Polizei zu der überaus peinlichen Reaktion, bei der internationalen Premiere 1987 auf der Berlinale die Filmrolle zu beschlagnahmen. Die spanische Botschaft mußte sich auf diplomatischer Ebene einschalten, um die Rückgabe des Kunstwerks an den Eigentümer zu erreichen. Erst über zwei Jahrzehnte danach ist der fantastische Film den erwachsenen Kinofans nun auf einer hochwertigen DVD zugänglich. Der Regisseur hat dafür extra einen Audiokommentar aufgenommen. (Pino DiNocchio)

 


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