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Winterdieb - [L'enfant D'en Haut - Sister] - [CH] DVD

Winterdieb - [L'enfant D'en Haut - Sister] - [CH] DVD
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Art.Nr.: 679579
Winterdieb - [L'enfant D'en Haut - Sister] - [CH] DVD

679579 CH
Tonspur: Deutsch / Französisch
Untertitel: D
Länge: 94 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
Extras: Interview mit Ursula Meier und Agnès Godard; Szenen mit Kommentar von Ursula Meier und Léa Seydoux; Audio Interview mit Ursula Meier; Michel Ciment

 

Originaltitel: L'enfant d'en haut
aka: Sister
Filmlänge: 90 Min. ohne Abspann
Regie: Ursula Meier
Musik:  
Darsteller: Léa Seydoux, Kacey Mottet Klein, Martin Compston, Gillian Anderson
  Schweiz 2012


WINTERDIEB - L'enfant d'en haut - Sister

Die Seilbahn verbindet über 700 Höhenmeter zwei Klimazonen. Unten im Tal, wo die Verkehrslawine sich durchwälzt, feiern die einheimischen Fabrikarbeiter Weihnachten im Grünen. Oben auf den Berghängen vergnügen sich die reichen ausländischen Skitouristen im tiefen Schnee.
Der 12jährige Simon fährt regelmäßig als kleiner Skiurlauber getarnt hinauf, um den Winterurlaubern die teuere Ausrüstung zu stehlen. Skier, Helme, Sonnenbrillen, Handschuhe - alles was sich zu Geld machen läßt, verschwindet unter Simons flinken Händen. Das Zeug verschachert der Junge dann an Saisonarbeiter der Tourismusbetriebe und an die anderen Kinder unten in seiner Wohnsiedlung. Das graue Hochhaus zwischen Fernstraße und Industrieschloten hat so gar nichts von alpiner Bergidylle.
Mit dem ergaunerten Geld hilft Simon die knappe Haushaltskasse aufzubessern. Simon lebt in der Hochhauswohnung allein mit seiner großen Schwester Louise. Sie ist beeindruckt, wie viel Kohle ihr Brüderchen mit seiner gut organisierten Klauerei macht. Sie hat keinen Bock mehr arbeiten zu gehen, schmeißt ihren Job hin, treibt sich mit wechselnden Kerlen herum.

Ursula Meier gewährt in "Sister" einen Blick auf den gesellschaftlichen Rand des scheinbar so perfekten Wohlstandslandes und entblößt die Dekadenz des Skitourismus. Es hat nichts mit sozial-ökonomischer Armut zu tun. Vielmehr bestimmt eine sozial-emotionale Armut Simons Lebenssituation.
Wir sehen einen Jungen, dessen Mutter sich aufgelöst hat. Simon ist relativ autonom. Der 12jährige sorgt weitgehend für sich selbst, und er sorgt auch noch für die viel ältere Louise, wenn sie gerade nicht in der Lage dazu ist, weil sie sich mit Alkohol, Faulheit und Männern gehen läßt. Sie ist sein Kumpel, aber sie kann keine Mutterrolle erfüllen. Seine Sehnsucht nach Mütterlichkeit überträgt der Junge auf andere Frauen, auf die Skitouristinnen etwa, zu denen er Kontakt sucht, bevor er sie beklaut. In seinem Handwerk kennt sich Simon bestens aus. Im Umgang mit Menschen fehlt ihm so manche Kompetenz.
Tal und Berg, die zwei Welten, zwischen denen Simon pendelt, repräsentieren auch die Zerrissenheit in seiner familiären Umgebung. Seine einzige Bezugsperson Louise ist alles und nichts. Schwester, Mutter, Freundin, Mitbewohnerin und am Ende sogar eine Art Prostituierte, die dem Jungen emotionale Zuwendung nur gegen Barzahlung gewährt.
Um das verkopfte Konzept des Szenarios zu verstehen, muß der Zuschauer alle Erwartungen an eine opulente Optik fallen lassen. Abgesehen von dem imposanten Bergpanorama des Wallis bleibt die Bildästhetik auf der Strecke. Filmemacherin Ursula Meier legt ganz klar Priorität auf das Erzählen einer Geschichte und nicht auf ein visuelles Kinoerlebnis. Mögen Außenaufnahmen im tristen Dämmerlicht noch die Stimmung beschreiben, so sind die durchgehend nebulös ausgeleuchteten Aufnahmen in den Innenräumen nicht als Stilmittel interpretierbar. Da wurde einfach sträflich am guten Bild gespart. In Abgrenzung zur künstlich arrangierten, durch artifizielle Bildkompositionen erzielten Skurrilität von "Home", bedient sich "Sister" realer Kulissen.
Dem jungen Darsteller Kacey Mottet Klein fällt umso mehr die tragende Rolle im Gang der Erzählung zu. Selbstbewußt und trotzig, manipulativ und verlogen boxt sich die Figur Simon durch das kriminelle Treiben als Pistendieb. Simon fühlt sich ganz schön erwachsen, doch bricht bisweilen die harte Fassade ein, und es zeigt sich, wie sehr er noch Kind ist. (Pino DiNocchio)

 


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