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Ich Christian Hahn (TV 1985) - [DE] DVD

Ich Christian Hahn (TV 1985) - [DE] DVD
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Art.Nr.: 628539
Ich Christian Hahn (TV 1985) - [DE] DVD

628539 DE - mit Wendecover -
Tonspur: Deutsch
Untertitel: keine
Länge: 325 Min.
Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
Extras: Wendecover

 

Originaltitel: Ich, Christian Hahn
Regie: Detlef Rönfeldt
Musik:  
Darsteller: Jürgen Biesinger, Hans Jürgen Diedrich, Heinz Baumann, Jochen Schroeder, Nikola Weisse, Helmut Wöstmann, Moritz Schuller, Julia Martinek, Fritz Lichtenhahn
  Deutschland (West) / Schweiz 1985


ICH, CHRISTIAN HAHN (TV 1985)

Man schreibt das Jahr 1760. Preußen und Österreich stehen im Krieg. In der zum österreichischen Machtraum gehörenden pfälzischen Grafschaft Grehweiler geht das Leben vom Krieg weitgehend unberührt seinen Gang. Im Schloß führt der Graf, umgeben von seinem Hofstaat, ein Leben in Saus und Braus, und im Dorf arbeiten und schinden sich die einfachen Leute für ihre kärgliche Existenz. So war es schon immer, das ist die Ordnung der Dinge. Obwohl er ein Ausbeuter ist, lieben die Untertanen ihren Grafen.
Hier in Grehweiler lebt Schneidermeister Hahn mit seiner Familie. Während der ältere Sohn Philipp schon im Handwerk beim Vater mitarbeitet, plagt sich sein jüngerer Bruder Christian recht und schlecht mit der Schufterei in der gräflichen Ziegelei ab. Christians bester Freund ist der gleichaltrige Lutz, der Filius des lutherischen Pfarrers, den man hier Dekan nennt. Dekan Avenarius ist gelehrter Seelsorger der Gemeinde und auch vertraulicher Vermittler in manch delikater Angelegenheit.
Schneidermeister Hahn kleidet so gut wie jeden im Dorf bis hin zur Herrschaft im Schloß. So bekommt er durch die guten Kontakte die Chance, den Christian beim Hofkoch in die Lehre zu geben. Dort in der Küche steckt man dem Buben großzügig eine Menge edler Eßwaren für seine Familie zu. Das ist ein guter alter Brauch. Doch kommt darüber der Graf einem jahrelangen diebischen Betrug an seinem Hof auf die Spur. Der unschuldige Christian wird zum Bauernopfer und muß wieder in der Ziegelei schuften.
In den Schloßgarten zieht es den Jüngling dennoch immer wieder, ist er doch in Prinzessin Therese verliebt. Die hat den Jungen wohl bemerkt, der ihr so sehnsüchtig nachschleicht. Sie läßt ihm sogar einen Brief zukommen. Dumm nur, daß der Schneidersohn nicht lesen kann. Der Lutz kann lesen, aber der Pfarrersohn ist ein krummer Hund, der den braven Christian unentwegt übers Ohr haut und ihn zu Eseleien anstiftet.
Allerlei Streiche und Abenteuer mit oft amüsierlichem Ausgang erleben Christian und seine Familie mit der gräflichen Herrschaft, mit dem Dekan Avenarius, mit dem Juden Blaustein und mit so manchem Reisenden, der Grehweiler besucht.
Das beschauliche Leben gerät in Gefahr, als kaiserliche Geldeintreiber aus Wien vom Grafen den Tribut für die Kriegskasse einfordern. Der Graf ist gerade mal wieder pleite. Seine Rettung ist der Dekan Avenarius, der in seinem Keller mit alchimistischen Experimenten Gold herstellen will. Der trickreiche Graf kann sich noch einmal aus der Affäre ziehen. Aber der jüdische Geldverleiher, bei dem der Schloßherr in der Kreide steht, läßt sich nicht so leicht lumpen. Die Bürger von Grehweiler scheuen keine Kosten, ihren Grafen aus einer höchst peinlichen Lage zu befreien...

Die Historienserie führt in ein vergangenes Jahrhundert. Sorgfältig wird zu den Kostümen auch der zeitgenössische Sprachduktus zelebriert. Rangniedrigere Personen werden nicht mit Namen angesprochen, sondern nur mit einem generalisierenden "Er". Zahlreiche Worte aus dem Französischen und Begriffe aus dem Lateinischen finden nicht nur in höfischen Kreisen, sondern auch bei den einfachen Leuten Eingang in die Alltagssprache.
Im Vordergrund der Abenteuer von Schneidersohn Christian Hahn steht nicht das Elend der Volksmassen im Feudalismus. Pure Not herrscht nicht in Grehweiler, wohl aber Bescheidenheit. Schuhwerk tragen die Burschen nur sonntags zur Kirche. Üblicherweise laufen Christian und Lutz mit bloßen Füßen durch die Landschaft und durch den knöcheltiefen Matsch der Gassen, und sie stecken in zerschlissenen Kleidern. Man ist sich seines Standes wohl bewußt und hadert nicht im geringsten mit der ungleichen Verteilung des Reichtums.
Der Schneidermeister Hahn ist ein rechtschaffener Mann. Mit seinem Übereifer, die Flausen seines Sohns Christian wieder in Ordnung zu bringen, macht er meistens unfreiwillig alles nur noch schlimmer. Der stolze Vater trägt es stets mit Demut und Genügsamkeit, wenn er am Ende dabei mehr verliert als er eingesetzt hat. Gerechtigkeit und Ehrlichkeit zeichnen sich selten aus, das weiß der ältere Sohn Philipp schon länger. Christian lernt es mit jedem Mißgeschick, das der Vater sich und der Familie einbrockt, wenn er versucht Christian aus einer Klemme zu helfen, die eigentlich gar keine ist. Es hat der Schneider Hahn mit seinem heranwachsenden Jungen nicht minder ein Kreuz zu tragen wie es zu allen Zeiten Vätern auferlegt ist.
Mehr als jeder andere ist der dekadente Graf mit seinem verschwenderischen Lebensstil ständig in Geldnöten. Die reiche Frau Gemahlin besteht wohlweislich auf Gütertrennung in der Ehe. Keinen Kreuzer von ihrem Vermögen überläßt sie ihrem treulosen Gatten, so sehr der auch bettelt. So muß sich der Graf immer neue Schurkereien ausdenken, wie er dem Volk Geld aus der Tasche leiern kann. Der Erfindungsreichtum seines listigen Beraters Hügel bringt stets eine zwielichtige Idee hervor.
Letztlich aber ist der Graf auf Kredite von den nimmersatten jüdischen Geldverleihern angewiesen, die ihn mit ihren Wucherzinsen schröpfen und ihn immer tiefer in die Verschuldung treiben. Die Stellung der Juden in der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts wird in der Historienserie unverschleiert gezeigt. Die Juden, die sich durch ihr Sektierertum von der Gesellschaft absondern, besitzen gewisse Privilegien, um die sie des blanken Neides wegen im Volke angefeindet werden. Etwa haben sie das Geldgeschäft in der Hand und machen sich damit ganz ungeniert unbeliebt, indem sie Menschen in die Lage bringen, sich bei ihnen zu verschulden. Auch verfügen sie häufig über eine hohe Bildung, wie sie sich die meisten einfachen Leute nicht leisten können. Christian darf nicht in die Schule gehen, sein Vater hält es nicht für nötig, dafür Geld auszugeben. Der jüdische Lumpenhändler Blaustein bringt ihm das Lesen bei. Obwohl man ihn nicht besonders mag, nimmt man doch gern die Dienste des Sackjuden in Anspruch. Das ambivalente Verhältnis der christlichen Bevölkerung zu der jüdischen Minderheit zieht sich durch die ganze Serie bis zum hoffnungsfrohen Ende.
Dem Skript nach soll Christian zwölf Jahre alt sein. Für die in der Fernsehserie auftretenden Jungen ist das unzutreffend. Die staksigen Darsteller von Christian und Lutz sind deutlich älter. In ihrer körperlichen Erscheinung und in ihren Handlungsweisen kann man den Jungen ein Alter von guten 14 Jahren zurechnen. In den 13 Episoden erlebt Christian Hahn eine Jugend in der Zeit des Siebenjährigen Kriegs, ohne an seinem Wohnort direkt von Kriegshandlungen betroffen zu sein. Erste Weichenstellungen für den tiefgreifenden politischen Wandel der kommenden Jahrzehnte werden auch in der fiktiven Grafschaft Grehweiler sichtbar. Der Niedergang des bankrotten Landesherren kann als Vorbote für den späteren Sturz der Monarchien gesehen werden. Schneidersohn Christian Hahn, mit den Händen für jede Arbeit zu ungeschickt, findet einen Förderer, bei dem er seinen hellen Verstand für einen Aufstieg in ein zukunftsweisendes Gewerbe einsetzen kann. (Pino DiNocchio)

 


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