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Belle & Sebastian (2013) - (Winteredition) - [DE] BLU-RAY

Belle & Sebastian (2013) - (Winteredition) - [DE] BLU-RAY

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Art.Nr.: 777107
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777107 DE - mit Wendecover -
Tonspur: Deutsch / Französisch
Untertitel: D
Länge: 99 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
Extras: Wendecover, Making of, Interviews, Premiere

 

Originaltitel: Belle et Sébastien
Filmlänge: BD 94 Min. ohne Abspann
Regie: Nicolas Vanier
Musik: Armand Amar
Darsteller: Tchéky Karyo, Félix Bossuet, Margaux Chatelier, Dimitri Storoge, Mehdi El Glaoui, Andreas Pietschmann
  Frankreich 2013


BELLE & SEBASTIAN (2013)

In den französischen Alpen geht eine Bestie um. Das Monster schreckt Mensch und Tier, angeblich reißt es Schafe. César weiß es besser. Der alte Mann lebt in einer Berghütte mit dem kleinen Waisenjungen Sébastien, den er als Ziehenkel aufgenommen hatte. César weiß, daß die Bestie nur ein entlaufener, mißhandelter Hund ist. Das findet auch Sébastien heraus, der sich bei seinen Streifzügen über die Bergwiesen mit der streunenden Hündin anfreundet und ihr den Namen Belle gibt.
Nachdem Belle den Jungen gegen die Übergriffe von Erwachsenen verteidigt, wird eine Hetzjagd auf den vermeintlich bösartigen Hund veranstaltet. Sébastien versteckt die angeschossene Belle und erpreßt den Arzt Guillaume, sie zu behandeln. Der Junge kennt nämlich Guillaumes hochgefährliches Geheimnis...

In der optischen Umsetzung erfüllt der Dokumentarfilmer Nicolas Vanier alle in ihn gesetzten Erwartungen. Er nutzt das Cinemascope Format für traumhafte Naturaufnahmen des Alpenpanoramas. In den perfekt proportionierten Bildarrangements wächst der kleine Junge als naturverbundenes Kind in vollkommener Harmonie mit der Landschaft zusammen. Zuvor hatte Vanier schon in seinem Spielfilm "Loup" (Der Junge und der Wolf) die sibirische Wildnis mit Mensch und Tier in atemberaubenden Aufnahmen gezeigt. Mit "Belle und Sebastian" liefert er in Anlehnung an den naturalistischen Geist des Originals ein bezauberndes Märchen voller Poesie, wo der Junge und der weiße Hund in ihrer magischen Beziehung zueinander ganz im Mittelpunkt stehen. Der malerische Soundtrack von Armand Amar krönt das sinnliche Kinoerlebnis.
Inhaltlich steht die Neuinterpretation der 1965 als TV-Serie entstandenen Abenteuerreihe von "Belle et Sébastien" deutlich unter dem Einfluß zeitgenössischer politischer Tendenzen. In Frankreich breitet sich eine ganz neue Welle des Revisionismus aus. Nachdem die Verbrechen der NS-Zeit durch den friedlichen Fortgang der Geschichte überwunden wurden und in das schwer belastete deutsch-französische Verhältnis bis zum Ende des 20. Jahrhunderts endlich Normalität eingekehrt war, wird in jüngster Zeit in den Kulturmedien wieder durch eine künstlich inszenierte Herausstellung der historischen deutschen Schuld an Krieg und Holocaust eine subtil antideutsche Stimmung erzeugt.
Wie schon bei Christophe Barratiers kritikwürdiger Neufassung von "Krieg der Knöpfe" wird auch bei "Belle und Sebastian" die Handlung wider die literarische Vorlage in den Zweiten Weltkrieg verortet, wo die bösen Nazi-Deutschen Frankreich besetzt halten, Dörfer plündern und Juden verfolgen. In der ursprünglichen TV-Serie "Belle et Sébastien" werden als Bestandteil der lokalen bäuerlichen Wirtschaft Waren über die italienische Grenze geschmuggelt. In der provozierenden Neufassung werden Menschen geschleust: die örtliche Bevölkerung hilft jüdischen Zivilisten, vor den Nazis in die Schweiz zu flüchten. Die Handlung ist inadäquat, weil der kleine Sébastien noch gar nicht versteht, weshalb Leute mit Kindern heimlich den mühseligen Weg auf die andere Seite des Berges auf sich nehmen. Niemand bestreitet historische Fakten, doch welches Interesse steckt dahinter, die Verfilmung von politisch neutraler Kinderliteratur gezielt dafür zu benutzen, dem jungen Publikum unterhaltsamer Abenteuerfilme ausgerechnet jene leidige Geschichtsepoche aufzudrängen?
Die Erzählung von "Belle und Sebastian" wird dadurch in einen völlig anderen Kontext gestellt. Entsprechend sind auch die Charaktere stark verdreht. Vor allem Césars Persönlichkeit ist ins Gegenteil verkehrt. War er in der Serie der lebensweise, gutmütige Großvater, der sich den Hundejägern entschieden in den Weg stellt, so ist er im Film ein trunksüchtiger, schießwütiger Polterer, der Sébastien hinterhältig verrät und Belle in die Falle lockt. Am Ende mußte demonstrativ auch noch ein Mädchen eingebaut werden, um ein paar Kitschszenen zu liefern.
Daß man für einen Kinofilm die Handlung extrem raffen muß, ist schon logisch. Die Entwicklung der Figuren bleibt dabei aber ebenfalls völlig auf der Strecke. Ein erkennbares Profil hat nur die Hauptfigur Sébastien. Der 7jährige Darsteller Félix Bossuet ist eine exzellente Besetzung für den lebhaften, eigensinnigen Burschen. Die frech in das listige Gesicht fallenden Haare verraten, daß tief im Inneren dieses beseelten Jungen ein Vulkan brodelt. Mehdi El Glaoui, der seinerzeit in der Serie den Sébastien spielte, übernahm in der Neufassung eine erwachsene Rolle. In Erinnerung an die Originalserie wurde auch deren Titellied "Belle" verwendet, welches in einer der rührendsten Filmszenen von Félix gesungen wird. Man sollte sich zurücklehnen und die ärgerliche politische Okkupation des Stoffs ignorieren, damit man mit Félix Bossuet und Hündin Belle einen träumerischen Film genießen kann.
(Pino DiNocchio)

 


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Dieser Titel ist auch in anderen Editionen erhältlich:

Belle & Sebastian (2013) - [DE] DVD

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