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Sibirische Erziehung - [Educazione Siberiana] - [DE] BLU-RAY

Sibirische Erziehung - [Educazione Siberiana] - [DE] BLU-RAY
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Art.Nr.: 778219
Sibirische Erziehung - [Educazione Siberiana] - [DE] BLU-RAY

778219 DE - mit Wendecover -
Tonspur: Deutsch / Englisch
Untertitel: D
Länge: 104 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
Extras: Wendecover, Making of

 

Originaltitel: Educazione siberiana
Filmlänge: BD 98 Min. ohne Abspann
Regie: Gabriele Salvatores
Musik: Mauro Pagani
Darsteller: John Malkovich, Peter Stormare, Arnas Fedaravicius, Arnas Sliesoraitis, Vilius Tumalavicius, Pijus Grude, Eleanor Tomlinson, Vitalij Porshnev, Erikas Zaremba, Jonas Trukanas, Ernestas Markevicius, Airida Gintautaite, Daiva Stubraite
  Italien / Litauen 2013


SIBIRISCHE ERZIEHUNG - Educazione siberiana

In der Sowjetunion waren kriminelle Sippen geschlossen in ein bestimmtes Gebiet im Südwesten Rußlands verbannt worden. Dort bildeten sie nach Volkszugehörigkeit Clans, die das Gebiet unter sich aufteilten. Die Urki, eine Gruppe von Sibirern, gab sich in diesem Strafexil besonders strenge Regeln. Die Sowjetherrschaft war ihnen verhaßt. Sie beteten zum christlichen Gott, sonst aber unterwarfen sie sich nur ihrem eigenen Gesetz. Ein Kodex von Ehre und Moral definierte das Leben in der Gemeinschaft, wo es ohne jeden Kompromiß den eigenen Clan zu achten und zu schützen galt.
In dieser sektiererischen Welt wachsen in den letzten Jahren der Sowjetunion die Jungen Kolyma und Gagarin unter der Erziehung von Großvater Kuzja auf. "Wir müssen alle lebenden Kreaturen respektieren - mit Ausnahme der Polizei", lehrt der ehrenwerte Kriminelle den Nachwuchs. Polizei und Regierungsbeamte gelten als Freiwild.
Feierlich überreicht Großvater Kuzja seinem Enkel Kolyma sein eigenes Springmesser. Es ist eine Gabe, die ein Mann für das ganze Leben bekommt. Auch Kolymas bester Freund Juri, der sich gern Gagarin nennt, erhält ein Messer. An toten Schweinen im Schlachthaus üben die Jungen unter der Anleitung von Kuzja, wie man mit diesem Messer kämpft, und wie man es möglichst effektiv als Tötungswaffe einsetzt.
Mit dem Ausrauben von Armeetransporten beteiligen sich die Kinder an der Beschaffung von Alltagsgütern für ihre Familien. Bei einem dieser Überfälle wird Gagarin geschnappt. Der Junge wandert für sieben Jahre ins Gefängnis.
Als junger Mann kehrt Gagarin nach Verbüßung der Haftstrafe zurück in ein Land, das er nicht wiedererkennt. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Es ist jetzt Rußland, und Kapitalismus und Konsum sind die neuen Götter. Kriminelle Clans haben sich weit über die Städte ausgebreitet. Das Geschäft blüht wie nie zuvor.
Auch Gagarin hat sich verändert. Der Knast hat den draufgängerischen Teenager zu einem abgebrühten Schläger gemacht, der die ganze Welt verachtet. Eine zeitlang ist die alte Jugendclique wieder vereint. Doch Gagarin und Kolyma entfernen sich zunehmend voneinander. Kolyma freundet sich mit der geistig zurückgebliebenen Arzttochter Xenja an. Sie verliebt sich in ihn, aber ihr verwirrter Zustand macht sie nach den Regeln des Clans unberührbar. Geisteskranke werden als Gottes besondere Geschöpfe verehrt und beschützt, so lehrt es Großvater Kuzja. Es geschieht etwas, das die zwei Kindheitsfreunde für immer auf Leben und Tod entzweit...

In einer komplexen Erzählstruktur, die in zahlreichen Rückblenden zur Kindheit den Werdegang der zwei Freunde begleitet, beschreibt der Film die unbekannte, geheime Welt der kriminellen Volkssippen. Diese Clans schotten sich wie Rudel von der Allgemeinheit ab. Sie erkennen keine staatliche oder sonstige übergeordnete Autorität an, sie verweigern den gesellschaftlichen Konsens. Sogar das rigide Sowjetsystem war bei diesen Gruppierungen an die Grenzen seiner Macht gestoßen.
Wer sich die Frage stellt, weshalb aus dem Gebiet der früheren Sowjetunion so eine enorme Flut furchteinflößender mafiöser Verbrecherbanden in die westliche Welt kommt, findet in den Clanstrukturen Hinweise. Sich mit Taten zu bereichern, die in der übrigen Gesellschaft als Unrecht gelten, ist im Selbstverständnis dieser Menschen einfach ein natürlicher Teil ihres Broterwerbs. Die traditionellen Regeln, die innerhalb der kriminellen Gemeinschaften Ordnung, Maß und Gleichgewicht garantierten, wurden mit dem radikalen Umbruch durch das Ende der Sowjetunion hinweggefegt.
Die Figur Gagarin steht für die junge Generation, die mit dem schlagartigen Systemwechsel die Orientierung verloren hat. Gagarin verläßt den Pfad des "ehrenwerten" Verbrechers. Kolyma hingegen klammert sich an die alten Werte. Die Tätowierungen der Männer sprechen eine eigene Sprache. Die Motive sind geheime Symbole, deren Bedeutung nur der Eingeweihte aus der Haut seines Gegenübers lesen kann. Kolyma lernt diese Kunst, was seine Bindung zum Clan vertieft. Deshalb tut er schließlich, was er im Sinne von Großvater Kuzya zu tun hat, um die Ehre des Clans zu bewahren.
Gedreht wurde die Produktion des italienischen Regisseurs Gabriele Salvatores an Schauplätzen in Litauen auf Englisch, das die durchweg litauischen Schauspieler nur mit starkem Akzent als Fremdsprache sprechen. Sogar die Gaststars John Malkovich und Peter Stormare passen sich dem Akzent an. Ob dies das englischsprachige Publikum überzeugt, mag bezweifelt werden. Daher macht ausnahmsweise die deutsche Vollsynchronisation Sinn.
Optisch arbeitet Gabriele Salvatores mit einer stringenten Bildsprache. Der ewige russische Winter dominiert die dunkle Stimmung. Die kurze Sommerepisode steht für einen trügerischen Aufbruch. Der stille Kolyma übt in seiner fürsorglichen Hinwendung zu Xenja das Erwachsenwerden in der abgeschlossenen Welt. Längst hat aber Gagarin sich innerlich von den Werten des Clans verabschiedet. Er wird zum Einzelgänger, bricht die Regeln und zwingt dadurch Kolyma, in die düstersten Winkel der Geheimorganisation wegzutauchen. (Pino DiNocchio)

 


© 1999-2017 by TAMINGO Media Publishing

Diesen Film gibt es auch in anderen Editionen:

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