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Simon Sagt Auf Wiedersehen Zu Seiner Vorhaut - [DE] DVD

Simon Sagt Auf Wiedersehen Zu Seiner Vorhaut - [DE] DVD
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Art.Nr.: 677949
Simon Sagt Auf Wiedersehen Zu Seiner Vorhaut - [DE] DVD

677949 DE - mit Wendecover -
Tonspur: Deutsch
Untertitel: E
Länge: 82 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
Extras: Wendecover

 

Originaltitel: Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut
Filmlänge: DVD 80 Min. ohne Abspann
Regie: Viviane Andereggen
Musik:  
Darsteller: Maximilian Ehrenreich, Tristan Göbel, Yuri Völsch, Lavinia Wilson, Florian Stetter, Catherine de Léan
  Deutschland 2015


SIMON SAGT AUF WIEDERSEHEN ZU SEINER VORHAUT

"Der Penis meines Sohnes bleibt unverstümmelt!" skandiert Hannah Grünberg beim Tischgespräch mit ihrer Familie im Restaurant lautstark. Die Vorhaut hat 16000 hochempfindsame Nervenenden, weiß die Pornoschriftstellerin präzise zu dozieren. Die unmißverständliche Warnung gilt ihrem Ehemann Frank, der seit der kürzlichen Trennung streng religiös geworden ist und die vielen peniblen Vorschriften des jüdischen Glaubens akribisch einhält.
Sohn Simon wird bald Dreizehn. Weil man es nicht wie üblich gleich nach der Geburt gemacht hatte, soll die bei den Juden praktizierte rituelle Teilamputation des äußeren Geschlechtsorgans bei Simon jetzt schnell noch vor der Initiationsfeier Bar Mitzwa nachgeholt werden. So will es der Vater. Das Abschneiden der Vorhaut wird in der jüdischen Religion als zwingend für die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft erachtet. Mutter Hannah ist entsetzt. Sie ist als liberale Jüdin im Zeitalter der Menschenrechte angekommen und lehnt diesen barbarischen Brauch strikt ab.
Angesichts der konträren Haltungen der gespaltenen Eltern soll Simon selber entscheiden. Nicht nur daß man ihm ein Stück vom Penis abschneiden will, nein, man verhöhnt auch noch seine Souveränität. Die angeblich ihm überlassene Entscheidung hat nichts mit seinem Körper zu tun, denn das Kind wird hier nur genötigt, zwischen zwei unversöhnlichen Elternteilen zu wählen. Simon ist das klar, deshalb verweigert er diese Entscheidung. Gleichwohl löst der Gedanke an eine mögliche Verstümmelung seines edelsten Körperteils in dem pubertierenden Jungen jede Menge traumatischer Ängste aus, die von seinem angeberischen Kumpel Ben auch noch mit schillernden Fantasien befeuert werden.
Überstrahlt wird Simons Traurigkeit wegen des Auseinanderbrechens seiner Familie von einem ganz anderen Ereignis. Die attraktive Rebecca Tannenbaum tritt die vakante Stelle als Rabbinerin der Gemeinde an. Simon ist wie vom Blitz getroffen. Für den Knaben ist die 32jährige "das Weib der ersten Liebe", für das es keinen Ersatz gibt. Noch so eine Mär aus den alten jüdischen Glaubensschriften. Mit tatkräftiger Unterstützung durch seine Freunde Ben und Clemens versucht Simon, die erwachsene Frau von seiner unsterblichen Liebe zu überzeugen. Den ultimativen Liebesbeweis sieht er darin, nicht der Gemeinde oder seinem Vater zuliebe, sondern allein für Rebecca seine Vorhaut zu "opfern"...

Herrlich humorig ist sie ja, diese freche Pubertätskomödie. Witzig gemacht ist der Streifen über die Schnippelbrüder. Besonders vergnüglich ist Jungdarsteller Yuri Völsch als kleiner Lustmolch Ben. Man kann über seine skurrilen Eskapaden herzlich lachen - wenn das tragende Thema nicht so ernst wäre. Angestiftet von dem gefährlichen religiösen Unfug, erleidet Simon, der tragische kleine Held der Geschichte, so viel muß verraten werden, in den Wirren zwischen Religion, Familie und erster Liebe ernsthaften körperlichen Schaden.
Damit ist das der Skandalfilm des Jahres! Ein erwachsener Mann im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte mag sich auf Privatrechnung seine Vorhaut amputieren lassen, wenn ihm das Freude bereitet, und wenn er auf das sexuelle Lustempfinden an und mit der Vorhaut für immer verzichten möchte. Es muß aber klar konstatiert werden: Jede an minderjährigen Knaben, vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen, vorgenommene Genitalverstümmelung ohne medizinische Indikation ist Unrecht!
Die männliche Genitalverstümmelung von Minderjährigen wird mit dem geläufigen Begriff "Beschneidung" verniedlicht, und die barbarische Tradition wird durch die komödiantische Darstellung in dem Film massiv verharmlost. Skandalös, daß unter dem Deckmantel von Humor und unter der Einforderung religiöser Toleranz von der Filmförderung aus deutschen Steuergeldern ein propagandistisches Machwerk finanziert wurde, welches die menschenrechtsverachtende Verletzung der Sexualorgane von Kindern zu legitimieren versucht. Die Gegner der Zirkumzision werden mit grotesken Szenen nur ins Lächerliche gezogen, während die religiöse Begründung für den fatalen Schnitt nicht in Frage gestellt wird.
Es ist bezeichnend für die eklatante Schieflage des deutschen Wertesystems: Meinungsäußerungen, welche von Gläubigen als Verletzung ihrer religiösen Empfindungen verstanden werden, sind gesellschaftlich geächtet und können leicht sogar strafrechtliche Konsequenzen haben. Wenn jedoch die Verherrlichung der religiös motivierten Genitalverstümmelung an Minderjährigen die Gefühle von Bürgern verletzt, die das Menschenrecht des unbedingten Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor körperlicher Unversehrtheit als ethische Glaubensmaxime für sich reklamieren, dann zählt das nicht. Das zivilisatorische Niveau der Bundesrepublik Deutschland wird immer noch von den dominanten Religionen bestimmt und nicht vom Humanismus.
Man hätte sich durchaus auf amüsante Weise mit der Problematik der sogenannten "Beschneidung" auseinandersetzen können. In dem bitteren Diskurs Menschenrechte versus Religionsfreiheit bezieht der tendenziös gemachte Film mit seinem kritiklosen einseitigen Ende jedoch klar Position gegen das körperliche Selbstbestimmungsrecht von Jungen und für die Akzeptanz von Verstümmelung der kindlichen Sexualorgane aus Glaubensgründen der Eltern.
Der derbe jüdische Humor, dem "Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut" zweifelsfrei entspringt, nimmt mit Vorliebe die bizarren Eigentümlichkeiten auf die Schippe, nach denen sich die Juden selbst definieren. Das mit der jüdischen Religion begründete Unrecht an Kindern wird hier ungestraft zum Gegenstand einer Veralberung. Bei so viel verächtlicher Respektlosigkeit vor der Würde minderjähriger Knaben gibt es in diesem Land keine Schamgrenze mehr. Der Verlust der Vorhaut ist keine Bagatelle. Wieso werden eigentlich keine lustigen Filme über die Nazizeit gemacht? Die Nazis waren sich schließlich auch keines Unrechts bewußt. Ihre Verbrechen betrachteten sie im Sinne ihrer Ideologie als legitimes Handeln. Nein, es sollen hier keine inadäquaten Vergleiche angestellt werden. Es geht nur um die Verteidigung der Menschenrechte, die bedauerlicherweise von diesem Film mißachtet werden. Wie gesagt: Man darf über das Ritual der sogenannten "Beschneidung" Witze reißen, man darf aber nicht dieses Ritual an Kindern verherrlichen. Selbst wenn die deutsche Gesetzgebung es für legal erklärt. Staaten und Regime kommen und gehen. Eine abgetrennte Vorhaut ist unwiederbringlich verloren. (Pino DiNocchio)


starboy distanziert sich von den Aussagen des Films und sagt:

Bildquelle: Internet

 


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