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Im Weltraum Gibt Es Keine Gefühle - [I Rymden Finns Inga Känslor] - [DE] DVD

Im Weltraum Gibt Es Keine Gefühle - [I Rymden Finns Inga Känslor] - [DE] DVD

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Art.Nr.: 689331
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689331 DE
Tonspur:Deutsch / Schwedisch
Untertitel:D (bei der Originalfassung nicht ausblendbar)
Länge:90 Min.
Bild:16:9 Widescreen 1:1.78 - sichtbarer Bildbereich 1:2.00
Extras: 
- minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt

 

Originaltitel: I rymden finns inga känslor
Filmlänge: 80 Min. ohne Abspann
Regie: Andreas Öhman
Musik:  
Darsteller: Bill Skarsgård, Martin Wallström, Cecilia Forss, Sofie Hamilton, Susanne Thorson, Kristoffer Berglund, Jimmi Edlund
 Schweden 2010


IM WELTRAUM GIBT ES KEINE GEFÜHLE - I rymden finns inga känslor

Simon mag nicht angefaßt werden. Simon hat das Asperger-Syndrom, eine Form von Autismus, die zwar die verbale Kommunikation und ein soziales Leben gestattet, jedoch einen streng geordneten Alltag erfordert. Sobald auch nur eine Kleinigkeit vom gewohnten Ablauf und der gewohnten Ordnung der Dinge abweicht, verliert Simon die Fassung. Dann setzt er sich in eine Tonne und macht den Deckel zu. Das ist seine Weltraumkapsel, in der er um die Erde kreist.
Simon ist jetzt 18. Die Eltern sind mit den Nerven am Ende. Der ältere Sohn Sam nimmt seinen Bruder zu sich in die neue Wohnung, die er gerade mit Freundin Frida bezieht. Simons Tagesablauf und damit der komplette Haushalt der Dreiergemeinschaft ist minutiös durchorganisiert. Jeder hat seine Aufgaben, die er exakt zur vorgegebenen Zeit auf die vorgegebene Weise zu erledigen hat. An jedem der sieben Wochentage gibt es ein bestimmtes Gericht, und nichts anderes darf auf den Tisch kommen. Am Freitag kann Simon keine Pizza essen, denn freitags gibt es immer Tacos. Simon mag nichts Eckiges, alles Eßbare muß rund sein. Sam gibt sich unendlich viel Mühe, mit praktischen Lösungen die Bedürfnisse seines Bruders zu erfüllen, auch wenn sie noch so bizarr erscheinen. Nur wenn Simon zufrieden ist, kann man es mit ihm aushalten, und das Zusammenleben in der Wohnung bleibt für alle erträglich.
Frida hält es trotzdem nicht lange aus. Sie macht mit Sam Schluß und sucht das Weite. Nun ist alles aus dem Gleichgewicht. Simon macht sich mit wissenschaftlicher Akribie auf die Suche nach einer neuen Freundin für Sam, damit das Trio in der Wohnung wieder komplett wird. Das perfekte Mädchen muß alle 13 Kriterien erfüllen. Sam hält von dieser gutgemeinten Initiative gar nichts. Doch Simon ist von seinem Vorhaben nicht abzubringen. Dabei stößt er auf Jennifer. Die ist ziemlich flippig und chaotisch, also das völlige Gegenteil dessen, was Simons Ordnungssinn verlangt - aber möglicherweise exakt die passende Frau für Sam. Die theatralisch inszenierten Verkupplungsversuche zeitigen nicht den gewünschten Erfolg. Dafür macht Simon in der Bekanntschaft mit Jennifer für sich selbst eine erstaunliche Entdeckung...

Aus Autismus eine Komödie zu spinnen und dabei realistisch zu bleiben, das ist sicher nur mit der coolen Gangart des nordischen Humors machbar. Mit der Rolle des unnahbaren Simon in der Tonne folgt der junge Schwede Bill Skarsgård wie schon zwei seiner Brüder dem berühmten Vater Stellan Skarsgård ins Schauspielmetier.
Wunderbar unaufgeregt läßt Regisseur Andreas Öhman die Hauptfigur erzählen, wie es sich im Universum des Autisten anfühlt. Simon hat kein Verständnis für die vielen metaphorischen Redensweisen der Menschen. Für ihn bedeutet ein Wort genau das, was es bedeutet, und nichts irgendwie Philosophisches.
Der Film macht dem Zuschauer mit genau solchen mehrdeutigen Symbolen deutlich, wie ein Autist die Welt wahrnimmt. Alles wird durch ein mathematisches Raster hindurch betrachtet. Der Autist sieht wie mit einem Röntgenblick die Relationen hinter den Dingen, stellt Zusammenhänge und Gleichungen her, während er in der sichtbaren Oberfläche nichts erkennt.
Es ist wichtig, daß man auf seiner Umlaufbahn bleibt, meint Simon. Dabei ist es eher so, daß sich alles um ihn zu drehen hat. In seiner Tonne ist er ein Unikum wie die Primzahl 13. Im Weltall fühlt sich Simon sicher. Da ist er für sich allein, es gibt keine Mißverständnisse durch die Kollision mit anderen Menschen. Im Weltall gibt es keine Gefühle. Emotionen sind für den rational denkenden Autisten nicht faßbar. Gefühle sind das Unerklärliche, das die anderen Menschen in ihrem Tun lenkt. Gefühle sind also das, was die Ordnung des Autisten immer wieder durcheinander bringt.
Je angestrengter Simon versucht, die durch Fridas Auszug gestörte Ordnung wieder herzustellen, desto schlimmere Unordnung entsteht daraus. Sogar der Weltraum verwandelt sich plötzlich zum Minenfeld. Aus dem Orbit geschleudert trudelt Simons Raumkapsel in ein Asteroidenfeld. Schwierige Aufgaben zwingen zu schwierigen Lösungen, wobei man eben auch mal vom logisch berechneten Weg abgehen und eine Umleitung durch die Wirren jener Dinge nehmen muß, welche den anderen Menschen wichtig sind. Simon lernt, daß er nicht der unberührbare Mittelpunkt in seinem Kosmos ist. Seine Ausstrahlung zieht gelegentlich Leute so in ihren Bann, daß sie wie Jennifer die nötige Geduld entwickeln, sich auf den höchst spannenden Charakter einzulassen. Diesen sympathischen Jüngling möchte man liebend gern als Seelenfreund gewinnen. Eine regelrechte Qual, daß man ihn nicht umarmen darf. Jeder hat so seine Last zu tragen. (Pino DiNocchio)

 


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