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Lion - Der Lange Weg Nach Hause - [CH] BLU-RAY

Lion - Der Lange Weg Nach Hause - [CH] BLU-RAY

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764407 CH
Tonspur:Deutsch / Englisch
Untertitel:D, E
Länge:119 Min.
Bild:16:9 Widescreen 1:2.40
Extras: 


Originaltitel: Lion
Filmlänge: BD 114 Min. ohne Abspann
Regie: Garth Davis
Musik:  
Darsteller: Dev Patel, Sunny Pawar, Rooney Mara, Nicole Kidman, David Wenham, Divian Ladwa, Keshav Jadhav, Abhishek Bharate, Rita Boy, Priyanka Bose, Tannishtha Chatterjee, Nawazuddin Siddiqui
 Australien / Großbritannien 2016

LION - DER LANGE WEG NACH HAUSE

Zusammen mit seinem großen Bruder Guddu geht der fünfjährige Saroo Gelegenheitsjobs nach, um etwas Eßbares mit nach Hause zu bringen. In einer Nacht am Bahnhof sucht Saroo in leerstehenden Eisenbahnwaggons nach heruntergefallenen Essensresten und Münzen. Er wird müde und schläft ein. Plötzlich bewegt sich der Zug, Saroo ist darin eingeschlossen. Nach endlos vielen Stunden Fahrt befindet sich der kleine Junge am anderen Ende von Indien. Getrennt von seinem Bruder, mutterseelenallein steht er in der riesigen Stadt Kalkutta. Monatelang schlägt er sich wie viele andere Kinder in den Straßen durch, landet im Waisenhaus.
Schließlich wird er von einem australischen Ehepaar adoptiert. Es ist eine völlig neue Welt für das verwahrloste indische Straßenkind. John und Sue sind fasziniert von dem niedlichen braunen Jungen. In Tasmanien wächst Saroo nun behütet auf.
Nach einer knappen Stunde kommt der Film zum Schnitt. Es ist 20 Jahre später. Der erwachsene Saroo zieht aufs Festland nach Melbourne, hat einen guten Job, wohnt mit seiner Freundin Lucy zusammen. Plötzlich flackern Erinnerungen an seine Kindheit in der Zeit vor Kalkutta auf. Freunde bringen ihn auf die Idee, mit Google Earth nach seinem Herkunftsort zu suchen. Wäre es möglich, daß er eine markante Stelle seines Heimatorts auf den Bildern wieder erkennt? Kleine Momentaufnahmen vom Leben mit seiner Mutter und dem Bruder blitzen auf. Es zerfrißt ihn. Immer dringender wird der Wunsch, seine wahre Familie zu finden. Endlose Tage und Nächte verbringt er mit der systematischen Suche am Computer. Es grenzt an ein Wunder, daß er an einer Stelle tatsächlich auf die Straßenverläufe und Häuserecken stößt, die sich ihm als kleines Kind eingeprägt hatten, weil das sein Weg nach Hause gewesen war. Mit glühender Hoffnung und doch auch voller Ungewißheit, ob er seine Mutter Amita und den Bruder Guddu noch antreffen wird, reist Saroo nach Indien...

Dann kommt die Stelle, wo das Publikum die Taschentücher zücken darf. Das pathetische Ende ist eines der vielen Extreme, mit denen der Film ein Wechselbad der Gefühle veranstaltet. Davor sieht man einen psychisch leidenden Saroo, der immer mehr spürt, daß die Adoptivfamilie nicht alles ist, was seine Identität ausmacht. Seine Zerrissenheit wird verstärkt durch die Spannungen, die das unberechenbare Verhalten des geistig behinderten zweiten Adoptivsohns von John und Sue verursacht.
In der ersten Filmhälfte erlebt der Zuschauer mit dem kleinen Saroo in Indien ein Land voller unvorstellbaren Elends. Ein grausames Land für kleine Kinder, wie man es schon in "Salaam Bombay" und "Slumdog Millionär" gesehen hat. Der verlorengegangene Saroo überlebt in dieser feindseligen Umgebung, weil er klug und stark ist, denn sein Name bedeutet "Löwe" - obwohl er das nicht weiß.
Der romantischen Verklärung Indiens als Land der Gewürze und der Spiritualität wird mit Bildern der ungeschminkten Realität der Garaus gemacht. Außerhalb der abgegrenzten, klinisch reinen Retortenstädte, in denen die neue Elite der Hightech Industrie im aufstrebenden Wohlstand residiert, ist der Subkontinent ein Armenhaus, dessen menschenverachtendes religiöses Kastensystem die Idee einer gleichen Verteilung von Chancen und Ressourcen schon im Keim erstickt. Die Inder mögen solche Kritik nicht akzeptieren, weil ihnen der westliche Humanismus fremd ist. Sie sollten darüber nachdenken, was für ein erfolgreicher Mann unter veränderten Bedingungen aus Saroo geworden ist. Sehen Millionen verelendeter Kinder ihr Schicksal wirklich unabdingbar als von den Göttern gegeben?
Der kleine Darsteller Sunny Pawar prägt diesen aufwühlenden Teil des Films. Dieser Junge spricht allein mit seiner körperlichen Erscheinung, vor allem mit seinem Gesicht und den traurigen Augen eine bittere Ode an die Herzen, welche die Liebe für Kinder in sich tragen. "Lion" ist nicht nur eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, in der die Frage nach Familie und Identität besprochen wird. "Lion" stellt die Frage, welche Lebensqualität ein indisches Kind verdient. (Pino DiNocchio)

 


© 1999-2020 by TAMINGO Media Publishing

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