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Zappelphilipp - [EU] DVD

Zappelphilipp - [EU] DVD

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Art.Nr.: 679939
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679939 EU
Tonspur: Deutsch
Untertitel: keine
Länge: 86 Min.
Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
Extras: Mediabook mit Booklet

 

Originaltitel: Zappelphilipp
Regie: Connie Walther
Musik:  
Darsteller: Bibiana Beglau, Anton Wempner, Andrea Wenzl, Daniel Aschenbrenner, Mona-Leen Schuller, Mehdi Nebbou, Jochen Strodthoff, Jean-Luc Bubert, Ulrike Arnold
  Deutschland 2012


ZAPPELPHILIPP

Grundschullehrerin Hannah Winter ist voller Idealismus. In ihrer Klasse soll kein Kind zurückbleiben. Auch der neue Schüler Fabian bekommt bei Hannah besondere Aufmerksamkeit. Der Neunjährige ist völlig aufgedreht, sein Aktionsdrang nicht zu bremsen. Sobald er nicht im Mittelpunkt steht, läuft er weg oder wird laut. Bei geringstem Anlaß wird Fabian aggressiv und gewalttätig.
Hannah glaubt, sie könne den verhaltensauffälligen Jungen in den Griff bekommen. Er müsse sich nur eingewöhnen. Statt gleich zu erkennen, daß Fabian ein klinisches Problem hat, ergibt sich die Pädagogin in ihre Faszination für die Eigenarten und besonderen Begabungen des Kindes.
Fabian gefällt es, daß die Lehrerin sich so für ihn interessiert. Er hat keine Hemmungen, sie auch in ihrer Wohnung aufzusuchen. Während Hannah in ihrer Freizeit versucht, Fabian Wege aufzuzeigen, wie er seine Aggression besser kontrollieren kann, häufen sich in der Schule die Zwischenfälle mit ihm. Fabian versetzt die ganze Klasse mit seinem störenden Benehmen in Aufruhr. Andere Lehrer verzweifeln, Eltern von Mitschülern empören sich. Alle sind gegen Fabian. Nur der Musiklehrer unterstützt Hannah, denn auch er sieht Fabians besondere sinnliche Fähigkeiten. Sonst aber hat niemand Verständnis dafür, daß der Unterricht von diesem einen Kind permanent gestört wird.
Fabians geschiedene Mutter verwahrt sich gegen die Einmischung der Lehrerin in die Erziehung. Hannah stößt auf familiäre Probleme, welche eine Ursache für das irritierende Verhalten des Jungen sein könnten. Daran zu arbeiten, das lehnen Fabians Erzeuger vehement ab. Lieber gibt die Mutter dem Druck der Schule nach und willigt in eine Behandlung mit Medikamenten ein. Fabian wird ruhiggestellt. Das Problemkind fällt nicht mehr auf, aber "das Besondere ist weg", stellt der Musiklehrer traurig fest.

"Immer nerv ich alle, aber ich will nicht nervig sein", spricht Fabian über sich selbst. Hannah liegt grundsätzlich richtig mit ihren Ideen, Fabian Angebote zu machen, wie er mit Spiel und Sport seine zügellose Energie in nützliche Bahnen lenken kann. Es gelingt ihr, wunderbar harmonische Momente zu schaffen, in denen der Junge sich entspannt und Erfolge erleben darf.
Hannahs Initiative ist leider nur ein einzelner Pfeiler der Lösung, die ohne weitere tragende Säulen nicht funktioniert. Voraussetzung für das Gelingen einer Verhaltenstherapie ist die Mitwirkung aller Beteiligter, ganz besonders der Eltern. Diese aber stellen sich völlig quer. Fabian leidet extrem unter der Trennung der Eltern. Ob das die alleinige Ursache für seine Hyperaktivität ist, das läßt der Film offen, so wie er überhaupt eine indifferente Vermischung vornimmt von sozialen Problemen als Auslöser der Verhaltensauffälligkeit mit als ADHS bekannten Krankheitsbild einer organisch bedingten neurologischen Störung.
Ein sensationell guter kleiner Hauptdarsteller trägt den Zuschauer über methodische Unzulänglichkeiten bei der Analyse des Zappelphilipp Syndroms hinweg. Anton Wempner zeigt ein Schauspiel von atemberaubender Intensität. Für ein Kind in dem Alter stellen solche impulsiven Szenen höchste Anforderungen. Die Figur Fabian rüttelt auf, führt auf traurige Weise vor, wie wenig die Gesellschaft trotz allen Geredes um Gleichberechtigung und politischer Modebegriffe wie Inklusion bereit ist, Kinder mit besonderen Eigenschaften zu akzeptieren.
Lehrerin Hannah ruiniert sich mit ihrem Einsatz selbst. Dem schüchternen Maxi, der immer ohne Frühstück und Pausenbrot zur Schule kommt, steckt die Lehrerin wie selbstverständlich täglich etwas zu Essen zu. Eine kleine trostvolle Tat gegen die ganz reguläre soziale Armut. An den massiven Herausforderungen im Fall Fabian jedoch scheitert Hannah.
Eltern argumentieren, ihre Kinder hätten Anspruch auf störungsfreien Unterricht, damit sie die von der Leistungsgesellschaft verlangte Norm erfüllen und übererfüllen können. Da ist schlichtweg kein Platz für Fabian. Die radikale Lösung ist die, ihn mit Psychopharmaka glattzubügeln, damit er in das Raster paßt. Nähme man ihn so wie er ist, erforderte ein Kind wie Fabian natürlich einen erhöhten Aufwand, vor allem im personellen Bereich. Dafür will das Schulsystem nicht aufkommen. Kostet nicht die Förderung vieler Kinder aus zahlungskräftigen Karrierefamilien durch zusätzliche Nachhilfe und bildungsbürgerliche Freizeitaktivitäten auch Geld? Diese private Investition wird nicht in Frage gestellt. Nur für ein ADHS-Kind aus der unteren Sozialschicht will niemand investieren. (Pino DiNocchio)

 


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