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Die Vorstadtkrokodile (1977) - [DE] DVD

Die Vorstadtkrokodile (1977) - [DE] DVD

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Art.Nr.: 620153
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620153 DE
Tonspur: Deutsch
Untertitel: keine
Länge: 86 Min.
Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
Extras: Bleibt knackig, Freunde! (1981, Regisseur Wolfgang Becker trifft die Vorstadtkrokodile 4 Jahre nach den Dreharbeiten wieder)
- minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt

 

Originaltitel: Die Vorstadtkrokodile
Regie: Wolfgang Becker
Musik:  
Darsteller: Thomas Bohnen, Birgit Komanns, Wolfgang Sieling, Heiner Beeker, Rita Ramachers, Josef Sieger, Heinz Bäther, Holger Schneider, Thomas Müller, Manfred Rudolph, Martin Semmelrogge, Klaus Barner, Eberhard Feik
  Deutschland (West) 1977


DIE VORSTADTKROKODILE

Die "Vorstadtkrokodile" sind eine Kinderbande in einem Arbeiterort am Rande eines westdeutschen Industriereviers. Als Treffpunkt haben sie sich im Wald ein Baumhaus gebaut. Meistens prügeln sich die Jungen aus Langeweile mit den Kindern der italienischen Gastarbeiter. Nun aber wird die Bande mit einer Kette bedeutsamerer Ereignisse beschäftigt.
Um bei den Krokodilern aufgenommen zu werden, muß der schüchterne Hannes als Mutprobe auf das brüchige Dach eines verfallenen Gebäudes klettern. Schon oben angekommen, rutscht der Junge beim Abstieg ab und bleibt mit letzter Kraft an der halb abgerissenen Regenrinne baumeln.
Von seinem Zimmerfenster aus mit dem Fernrohr beobachtet Kurt das dramatische Geschehen und alarmiert die Feuerwehr, die Hannes mit der Leiter runterholt.
Kurt ist gelähmt, er sitzt im Rollstuhl. Deshalb will niemand mit ihm spielen; zumal er der Sohn des Müllwagenfahrers ist. Nur vom Fenster aus kann Kurt als Beobachter am Geschehen draußen teilnehmen. Hannes, teils von seinen Eltern gedrängt, teils ein bißchen aus eigener Dankbarkeit über seine Rettung, freundet sich zaghaft mit Kurt an. Kurt ist eigentlich ein ganz netter Kerl, stellt Hannes fest. Den Rollstuhl zu schieben ist gar nicht so schlimm. Aber die anderen Krokodiler lehnen den behinderten Jungen weiter ab. Nur Maria, die Schwester des Anführers Olaf, gesellt sich auf sie Seite von Hannes. Die beiden nehmen Kurt im Rollstuhl einfach mit zu den Unternehmungen, auch wenn dabei etliche Hindernisse zu umschiffen sind. Vieles ist gewöhnungsbedürftig. Nur langsam fangen die Kinder an, Kurt als Mitglied der Bande zu akzeptieren. Er demonstriert ihnen, daß er durchaus beeindruckende Fähigkeiten besitzt. Er kann zwar nicht laufen, aber dafür kann er andere nützliche Sachen.
Nachdem der Förster die Hütte der Krokodiler abreißen läßt, richten sich die Kinder in der leerstehenden Ziegelei ein neues Quartier ein. Dort entdeckt Kurt das Beutelager einer Diebesbande. Im Ort geht gerade eine Serie von Einbrüchen um. Kurt weiß auch, wer die Einbrecher sind; er hat sie nämlich beim Einstieg in das Elektrogeschäft beobachtet. Aber das verrät er vorerst lieber nicht. Es sind nämlich drei ältere Jugendliche mit Mopeds, und einer von ihnen ist Egon, der große Bruder von Krododiler Frank. Deren Vater ist ein einflußreicher Bürger in der Siedlung, für den es eine große Schande wäre, wenn sein Sohn als Krimineller entlarvt würde. Als auch die anderen Krokodiler die Wahrheit über die Identität der Diebe erfahren, kommt es zum Konflikt. Der wehrlose Kurt wird Opfer von Egons Rache. Nun muß sich zeigen, ob die "Vorstadtkrokodile" zusammenhalten und ihren behinderten Freund schützen...

Der vom Westdeutschen Fernsehen produzierte Kinderkrimi setzte 1977 Maßstäbe für eine neue Form des pädagogischen Kinderfilms. Statt harmloser Abenteuer wurden jetzt reale Probleme in den Mittelpunkt gestellt, mit denen die Kinder in der Filmhandlung konfrontiert werden, und über die auch die jungen Zuschauer nachdenken sollten.
Erstmals wurde in "Die Vorstadtkrokodile" die Ausgrenzung behinderter Kinder offensiv thematisiert. Eine Sache, über die bis dahin kaum gesprochen worden war, wurde durch den Film ins Bewußtsein des heranwachsenden Publikums gerückt. Vieles was uns heute an der Integration behinderter Menschen in Alltag und Gesellschaft selbstverständlich erscheint, war es vor 30 Jahren noch nicht.
Die "Vorstadtkrokodile" hinterließen bei der TV-Ausstrahlung damals großen Eindruck. Starke Momente mit mutigen Aktionen prägen die Botschaft, daß ein Mensch mit körperlicher Behinderung ein toller Kamerad und Freund sein kann.
Die Krokodiler bieten ein hohes Identifikationspotential. Wer würde nicht auch gern zu so einer coolen Bande gehören? Für die Kinder ist es zuerst fremd und völlig ungewohnt, einen Rollstuhlfahrer in ihren Reihen zu haben. Sie lernen aber mit ihm freundschaftlich umzugehen und verlieren ihre Berührungsängste und Vorurteile. So hat das eine Vorbildfunktion, daß die Bande nach Kämpfen und Zerreißproben den gelähmten Jungen bei sich aufnimmt.
In der gegenwärtigen Ära des wieder zunehmenden sozialen Werteverfalls sind die "Vorstadtkrokodile" kein bißchen alt geworden. Vielleicht auch ein Grund, weshalb es von der Geschichte 2008 eine Neuverfilmung gibt. (Pino DiNocchio)

 


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